Entscheidungshilfe: Der Christbaum kann vom Händler oder aus dem Wald kommen

Die Fichte, die Tanne heißt

Tanne oder Fichte als Weihnachtsbaum? Revierförster Dieter Mathes zeigt den Unterschied zwischen der stacheligen Fichte (rechts), die in Waldhessen weit verbreitet ist, und der Tanne mit ihren weichen Nadeln, deren Unterseite zwei Wachsstreifen zieren. Foto: Janz

Hersfeld-Rotenburg. Noch eine Woche bis Heiligabend. Ganz gleich, ob die Familiensitte fordert, dass der Weihnachtsbaum schon am vierten Advent geschmückt wird, oder ob es Tradition ist, den Christbaum erst am 24. zu putzen – jetzt ist es an der Zeit, sich um die Tanne fürs Fest zu kümmern.

Dabei ist nicht alles Tanne, was als Tanne bezeichnet wird. „Eine Blautanne gibt es gar nicht“, sagt der Revierförster von Unterhaun, Dieter Mathes: „Das hat sich nur so eingebürgert.“ Tatsächlich handele es sich bei den Blautannen um Fichten. Die sind – im Gegensatz zur eher alpinen Tanne – auch in den hiesigen Wäldern verbreitet.

Die Nadeln der Fichte stechen deutlich stärker als die weichen der Tanne, erläutert Mathes. Besonders spitz sei die sogenannten Blautanne. Doch ganz gleich ob einfache Weißtanne oder edle Nordmann-Tanne: Untrügliches Zeichen für einen „echten“ Tannenbaum sind die beiden Wachsstreifen, die sich auf der Unterseite jeder Tannennadel finden, sagt Mathes.

Die Preise variieren

Wie viel die verschiedenen Weihnachtsbäume kosten, hängt davon ab, woher der Händler seine Bäume bezieht. Bei einer stichprobenartigen Umfrage unserer Zeitung bei Christbaumverkäufern in Hersfeld-Rotenburg variierten die Preise erheblich.

Für Fichten reichte die Spanne von 17 Euro für den Zweimeterbaum bis zum Anfangspreis von 19 Euro pro Baum. Blautannen schlagen mit 26 bis 40 Euro für ein zwei Meter hohes Exemplar zu Buche. Schwer zu vergleichen sind die Preise der beliebten Nordmanntanne, die mancher Händler als einzige Baumart anbietet: Angefangen bei einem Angebot von 16 Euro je Meter Nordmanntanne über einen Einheitspreise von etwa 30 Euro pro Baum bis zu 27 Euro für den Meter auf „handverlesene Exemplare“ ist jeder Preis möglich.

Christbaum selbst schlagen

Wer sicher gehen will, dass der Baum ganz frisch geschlagen ist, kann ihn sich auch selbst aus dem Wald holen. Die Forstämter Bad Hersfeld und Rotenburg bieten feste Termine zur Selbstwerbung (Service). Die Preise pro angefangenen Meter liegen bei 8 Euro für Fichten und Kiefern, 13 Euro für Blaufichten und Douglasien sowie 19 Euro für Edelnadelhölzer wie Tannen.

Revierförster Mathes bietet den Selbstwerbern natürlich gewachsene Nadelbäume und empfängt sie mit heißen Getränken im Pflanzgarten bei Wippershain. Wer dort keinen passenden Baum findet, kann auch mitten im Wald suchen: Mathes hat schon eine Windwurffläche mit vielen jungen Bäumen ausgesucht. Da ist bestimmt ein passender Christbaum dabei.

www.hersfelder-zeitung.de und www.hna.de/video

Von Marcus Janz

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