Ausrangierte Jacke umfunktioniert

Feuerwehrmann Ulrich Wolf aus Kathus näht eine Schürze für den guten Zweck

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Fit an der Nähmaschine: Ulrich Wolf, Feuerwehrmann aus Kathus, hat aus einer ausrangierten Einsatzjacke eine Grillschürze genäht, die nun für einen guten Zweck versteigert werden soll.

Bad Hersfeld. Aus Jacke mach Schürze: Geschick an der Nähmaschine beweist der 53 Jahre alte Feuerwehrmann Ulrich Wolf. Der Kathuser funktioniert ausrangierte Einsatzkleidung um.

Sein jüngstes Werk ist eine Grillschürze, die nun im Internet für den guten Zweck versteigert werden soll.

Als Quereinsteiger kam Wolf 1999 zur Feuerwehr, zuvor war er beim Roten Kreuz engagiert.

Die Schürze ist nicht das erste Teil, das Wolf aus ausgemusterten Feuerwehreinsatzjacken genäht hat. Unter anderem eine Handytasche, ein Holster für eine Taschenlampe und eine Umhängetasche hat der 53-Jährige schon angefertigt. Das bis jetzt schwierigste und aufwendigste Stück war ein Rucksack. „Daran saß ich zwei Wochen lang jeden Abend“, erinnert sich Wolf schmunzelnd.

Upcycling nennt sich die neue Verwendung von eigentlich ausrangierten Dingen auf Neudeutsch. Die Idee dazu kam dem Bad Hersfelder, als er auf einem Lehrgang bei einer Kameradin eine Schreibmappe im „Feuerwehr-Style“ entdeckte. „Das wollte ich auch ausprobieren“, so Wolf.

Von seiner Frau ließ er sich die alte Nähmaschine erklären, die erste Jacke ersteigerte Wolf online für zehn Euro aus England. Wichtig ist dem Kathuser zu betonen, dass nur nicht mehr genutzte Einsatzkleidung verarbeitet wird. Und: „Das erste Mal so eine Jacke zu zerschneiden, tat schon weh“, gibt der 53-Jährige zu.

Die Versteigerung der Grillschürze wird von Ingo Behring, einem befreundeten Feuerwehrmann und Buchautor aus Essen, unterstützt. Er stiftete dazu ein Paar ebenfalls selbstgenähte Grillhandschuhe aus „Feuerwehrstoff“ sowie ein handsigniertes Exemplar seines Buches „Der tägliche Wahnsinn“.

Der Erlös soll dem Verein „Paulinchen“ zugute kommen, der Familien brandverletzter Kinder berät und begleitet sowie wichtige Präventionsarbeit zur Vermeidung von Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen leistet.

Somit hat die Grillschürze auch einen symbolischen Wert: Schließlich passieren beim Grillen immer wieder Unfälle, zum Beispiel, wenn Spiritus zum Anzünden der Grillkohle verwendet wird.

Die Auktion mit „blinden Geboten“ per E-Mail an Wolf endet am 30. Juni. Für den guten Zweck hofft der Kathuser auf möglichst freigiebige Spender und eine stattliche Summer: „Je mehr, desto besser.“ Der Erlös soll zu hundert Prozent an Paulinchen gehen, die Versandkosten übernimmt Wolf.

Alle Informationen rund um die Versteigerung und den Link zum Mitbieten gibt es auf www.pvsafety.de. Was Wolf als nächstes schneidern will, weiß er noch nicht. Eines ist aber ziemlich sicher: Das letzte Projekt wird die Schürze wohl nicht gewesen sein. (nm)

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