Nur drei Brandschützer im Kreis haben ausländische Wurzeln

Die Feuerwehr ist eine rein deutsche Sache

Hersfeld-Rotenburg. Fast jeder sechste Einwohner des Landkreises Hersfeld-Rotenburg hat ausländische Wurzeln, auch wenn viele davon bereits einen deutschen Pass besitzen. In den Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises ist diese Bevölkerungsgruppe aber noch immer quasi nicht vorhanden.

Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten kennt in den 154 Feuerwehren von Waldhessen nur drei Brandschützer, deren Familien nicht aus Deutschland stammen. Sie gehören den Feuerwehren Bebra, Niederaula und Kirchheim an. Zwei davon haben türkische Wurzeln, einer ist russischer Herkunft, wobei alle drei einen deutschen Pass besitzen.

Damit liegt die Migrationsquote bei 3561 waldhessischen Feuerwehrleuten bei verschwindend geringen 0,8 Promille. „Insgesamt ist das natürlich zu wenig“, findet Weingarten. Denn nicht nur bei Sprachschwierigkeiten mit Menschen vor Ort können Feuerwehrleute mit ausländischen Wurzeln im Notfall helfen. „Es ist auch gut, wenn die deutschen Feuerwehrleute ihren Horizont in der Wehr erweitern können, über den Brandschutz hinaus“, meint der Kreisbrandinspektor.

Das System „Freiwillige Feu- erwehr“ sei allerdings in anderen Ländern nicht verbreitet, daher hätten Mitbürger ausländischer Herkunft womöglich Berührungsängste. Laut Weingarten wirbt die Feuerwehr auf Informationsblättern im Kreis in 13 Sprachen um Mitglieder.

Holger Schönfeld, Medienreferent des Landesfeuerwehr-verbands Hessen, schätzt die Quote von Feuerwehrmännern mit ausländischer Her-kunft landesweit auf fünf Prozent. Eine Statistik werde nicht geführt. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung sei es für die Wehren wichtig, neue Zielgruppen zu gewinnen, sagt Schönfeld. Das Werben um ausländische Bürger sei für die Wehren vor Ort aber nicht so einfach, weil sie ohnehin schon viel Freizeit für den Brandschutz opferten, (rai/mcj/pdi) Hintergrund,

Zum Tage, Seite 2

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