Feuerteufel, Salz-Abwasser und eine Bau-Posse

Mario Reymond

Die Feuerwehr in Bad Hersfeld ist in heller Aufregung. Seit genau zwei Wochen treibt ein Feuerteufel im Stadtteil Hohe Luft sein Unwesen. Immer wieder zündet er nachts Mülltonnen und Müllcontainer an. Bisher ist dabei noch kein größerer Sachschaden entstanden. Doch Stadtbrandinspektor Thomas Daube befürchtet, dass der Täter unvosichtiger werden könnte. Er bittet daher die Menschen auf der Hohen Luft und auf dem Petersberg darum, besonders aufmerksam zu sein und verdächtige Personen der Polizei zu melden. Die Telefonnummer lautet 06621/9320. Thomas Daube hofft, dass dem Feuerteufel recht schnell das Handwerk gelegt werden kann. Auf keinen Fall möchte er eine Brandserie wie im Jahre 1997 erleben. Damals hatte ein Brüderpaar die Feuerwehr mit 131 Brandeinsätzen in Atem gehalten, ehe es geschnappt wurde.

Ein wenig Nervosität dürfte sich derzeit bei den Verantwortlichen des Kasseler Düngemittelherstellers K+S breitmachen. Ende des Monats läuft nämlich die wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung salzhaltiger Abwässer aus dem Werk Werra in den gleichnamigen Fluss aus. Am kommenden Freitag entscheidet daher das Regierungspräsidium in Kassel darüber, ob das Unternehmen auch weiterhin seine Produktionsrückstände in die Werra leiten darf. Die Chancen dafür sind nach unserem Kenntnisstand gut. Jedoch wird sich das Unternehmen auf kurze Sicht wohl von der Laugen-Versenkung unter die Erde verabschieden müssen. Diese zweite Entsorgungsvariante stellt schließlich eine größere Gefahr für das Trink- und Grundwasser dar. Eine Möglichkeit zur Entsorgung muss dem Unternehmen aber bleiben, sonst wäre die gesamte Produktion gefährdet.

Eigentlich hatten die Menschen im Bad Hersfelder Amtsgericht schon genug gelitten. Nicht etwa unter ihrer Arbeit, sondern unter dem Lärm, der mit den Bauarbeiten bei der Herrichtung der dritten Etage verbunden war. Doch jetzt wird im Gericht schon wieder gehämmert und gebohrt, sodass in manchen Räumen das eigene Wort kaum zu verstehen ist. Hintergrund ist der Umbau der Behindertentoilette. Beim „Tag der offenen Tür“ vor wenigen Wochen hatte wohl jemand festgestellt, dass die Maße nicht ganz genau den Vorschriften entsprechen. Also mussten die Bauarbeiter wieder ran. Darüber schüttelt mancher den Kopf, denn bisher hatte im Gericht noch jeder Rollstuhlfahrer, der mal musste, Platz genug, um problemlos in die Toilette hinein- und wieder hinauszukommen.

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