Von Feuermeistern und Ober-Intendanten

Kai A. Struthoff

Nach Lolls ist irgendwie die Luft raus. Der Lichterglanz ist verloschen. Die Stadt scheint in kollektive Katerstimmung zu verfallen. Sogar das schöne Wetter hat sich verabschiedet. Hinter den Kulissen wird unterdessen schon heftig über einen möglichen Nachfolger für Feuermeister Udo Roßbach spekuliert.

Der hat offenbar auch selbst schon geeignete Kandidaten im Blick. Witzig war, dass selbst im Rathaus offenbar keiner so ganz genau wusste, wie die Kandidatenkür abzulaufen hat. Dabei sind an das Amt ja traditionell strenge Regeln geknüpft. Fest steht wohl nur eins: Der neue Kandidat muss ein stattliches Format mitbringen, um die großen Fußstapfen des allseits beliebten Udo Roßbach auszufüllen.

Die Premiere der Bad Hersfelder Festspiele ist um einen Tag nach hinten verschoben worden, um die Terminüberschneidung mit dem Hessentag zu vermeiden. Gewiss, so ganz glücklich wäre der zeitgleiche Start von zwei Großereignissen sicher nicht gewesen. Der ätzende Ton, mit dem der NBL-Fraktionschef Michael Bock das Termin-Wirrwarr aber allein Intendant Holk Freytag in die Schuhe schieben will, ist auch Fehl am Platz. Wofür gibt es denn eine gut besetzte Festspielkommission, eine Festspielverwaltung und einen Magistrat? Ist das dort keinem aufgefallen? Anstatt hinterher den Besserwisser zu geben, hätte man ja mal vorher mitdenken können. Doch darum geht es offenbar gar nicht. Es scheint vielmehr so, als wolle nach dem Abgang von „Ober-Intendant“ Hartmut H. Boehmer nun ein anderer für diese Rolle vorsprechen.

Nach dem Ausländerbeirat erhält nun auch die Hersfelder Zeitung Schmähbriefe von einem rechtsradikalen Schmierfinken – natürlich anonym. Unser Blatt sei „Sprachrohr des Nationalverrats“, Bad Hersfeld liege am „türkischen Fuldastrand“ und ähnlich kruder Quatsch steht dort in wirrer Krakelschrift. Offenbar eine Reaktion auf unser Interview mit Sahin Cenik vom Ausländerbeirat.

Das wird unsere Zeitung allerdings nicht daran hindern, auch weiterhin für ein offenes und harmonisches Zusammenleben aller Mitbürger jedweder Herkunft und Glaubensrichtung einzutreten. Das Pamphlet habe ich übrigens der Polizei gebracht und Anzeige erstattet. Derartiges Gedankengut darf in unserer Region nicht geduldet werden.

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