Festkommers zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in der Stadthalle

Mit Feuereifer für Hersfeld

Applaus für die Feuerwehr: Unter den vielen Ehrengästen war auch Olympiasiegerin Manuela Schmermund (vorn rechts), die in einem sehr bewegenden Vorwort für die Festchronik beschrieben hat, dass sie der Freiwilligen Feuerwehr ihr Leben verdankt. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Eigentlich hätten alle Brandmelder in der Stadthalle Alarm schlagen müssen, angesichts von so viel „innerem Feuer“, „brennender Leidenschaft“ und „Feuereifer“: All diese Attribute wurden der Kernstadtwehr beim Festkommers zum 150-jährigen Bestehen bescheinigt. Die Veranstaltung mit rund 200 Gästen war Auftakt für das Festwochenende zum Jubiläum und jedem wurde schnell klar: Bad Hersfeld ist Feuer und Flamme für seine Brandbekämpfer.

Vor 150 Jahren rückte die Freiwillige Feuerwehr noch mit Kutschen und Löscheimern aus. Inzwischen verfügt die Wehr über 19 Fahrzeuge, ein Boot und Schutzkleidung im Wert von über 100 000 Euro – „gut angelegtes Geld“ meinte Wehrführer Jürgen Richter und verwies auf die über 300 Einsätze und die 28 Menschenleben, die die Feuerwehr im vergangenen Jahr gerettet hat.

Bürgermeister Thomas Fehling, selbst Feuerwehrmann, konstatierte kurz und knapp: „Die Feuerwehr ist stolz auf ihre 150 Jahre, und ich bin stolz auf unsere Feuerwehr“. Ministerialdirigenten Gunnar Milberg aus dem Innenministerium überbrachte Grüße der Landesregierung und stellte klar: „Ohne das innere Feuer der ehrenamtlichen Helfer würde unser System zusammenbrechen“. Das wisse auch das Land und unterstütze deshalb allein die Ausbildung jährlich mit zwölf Millionen Euro.

Älteste Bürgerinitiative

Erwin Baumann, Brandoberwart beim Regierungspräsidium, bescheinigt der Hersfelder Wehr, für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, Jörg Meckbach überreichte in Vertretung des Landrats eine Urkunde und bezeichnete die Freiwillige Feuerwehr „als eine der ältesten Bürgerinitiativen, die je gegründet wurden.“ Die Sparkasse Hersfeld-Rotenburg überbrachte eine großzügiges Geburtstagsgeschenk in Höhe von 5000 Euro „zum Löschen des akuten Finanzbedarfs“. Vorstandsvorsitzender Reinhard Faulstich dankte auch im Namen der Wirtschaftsunternehmen „für 150 Jahre gute Partnerschaft“.

Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten hob wie auch Dr. Christoph Weltecke, der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbands, und Thomas Specht, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, die besondere Bedeutung der Jugendarbeit für die Zukunft hervor. Alle drei meinten aber, die Freiwillige Feuerwehr in Hersfeld sei dafür gut gerüstet. Dem schloss sich auch Stadtbrandmeister Thomas Daube an, der seine „tolle Truppe“ für ihre Arbeit in einer „an Hilfsbereitschaft verarmten Zeit“ lobte.

Geschenke, Glückwünsche und Lob gab es dann noch von den befreundeten Hilfsorganisationen. Die Johanniter schenkten ein Ausbildungspaket, das DRK einen Notfallrucksack. Für die internationale Note sorgte zum Abschluss der Bürgermeister der Partnerstadt Sumperk, Zdenek Broz, der darauf verwies, dass die Arbeit bei der Feuerwehr nicht ohne Grund weltweit zu dem meist geschätzten Berufen zähle.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von dem Orchester der Musikschule Bad Hersfeld unter Leitung von Wolfram Waldeck, die launige Moderation oblag Reinhard E. Matthäi – und dass angesichts der feurigen Darbietungen der Tanzschule Michelle Meckbach nicht doch noch der Alarm losging, lag sicher an der respekteinflößenden Präsenz Feuerwehrleute in Blau. Feuer hat bei ihnen keine Chance.

† Programm

Von Kai A. Struthoff

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