Die Leiter der Kläranlagen im Kreis warnen vor Verstopfungen

Feuchttücher legen Abwasserrohre lahm

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Der Feind im Kanal: Feuchttücher im Abwasser sorgen für Probleme. Zum Beispiel, wenn sie sich um die Pumpen wickeln. Das Bild zeigt Sebastian Herzog, Fachkraft für Abwassertechnik bei der Kläranlage Bad Hersfeld, mit dem unerwünschten Fremdstoff.

Hersfeld-Rotenburg. Sie sorgen weltweit für Probleme in der Kanalisation: Feuchte Toilettentücher. Auch immer mehr deutsche Kommunen beklagen Verstopfungen sowie das aufwändige Entfernen nicht löslicher Fremdstoffe in den Kläranlagen. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist das Problem ebenfalls bekannt.

„Die Feuchttücher gehören zu unseren größten Feinden“, sagt der Betriebsleiter der Rotenburger Stadtwerke, Stephan Heckeroth. „Feuchtes Toilettenpapier hat die unangenehme Eigenschaft, dass es sich schlecht auflöst“, erklärt Michael Wolf, Leiter der Bad Hersfelder Kläranlage. Probleme gebe es vor allem auf dem Weg zur Kläranlage, wenn die Fremdstoffe an Hindernissen wie Pumplaufrädern hängen blieben.

Sobald die Tücher die Kläranlage erreichten, würden sie dort aus dem Wasser gefischt. Das sei allerdings mit einem erheblichen Aufwand verbunden. „Es ist hier nicht so extrem wie vielleicht in der Großstadt“, sagt Wolf. „Aber die Feuchttücher bereiten uns schon Probleme.“ Noch öfter seien jedoch weibliche Hygieneartikel, Textilien oder Lebensmittel schuld.

Zu einem Problem geworden sind die Feuchttücher laut Udo Rantke vom Abwasserbetrieb Bebra erst in den vergangenen Jahren, seit diese so populär geworden seien.

„Feuchttücher sind immer ein Thema“, sagt auch Michael Helke, Leiter der Heringer Kläranlage. Gravierende Schwierigkeiten gebe es bislang aber nicht. Oft würden Probleme bereits an den Hausanschlüssen auftreten.

Das bestätigt Michael Trabant, Bauleiter bei Schwalm Kanalsanierung, Bad Hersfeld. Denn die Hausanschlüsse haben einen kleineren Durchmesser. Im Übrigen würden sich auch die feuchten Tücher nicht richtig auflösen, die laut Verpackungsangabe in die Toilette geworfen werden dürfen.

 

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der Hersfelder Zeitung.

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