Funkfrequenzen werden jetzt von Mobilfunkkonzernen genutzt

Den Festspielen droht Ausfall der Mikrofone

Hersfeld-Rotenburg. Den Bad Hersfelder Festspielen droht der Ausfall ihrer Mikronfontechnik. Der Grund: Die bislang genutzten Funkfrequenzen für die drahtlosen Mikroports wurden an vier große Mobilfunkbetreiber vergeben. Diese sollen mit diesen Frequenzen das Breitbandnetz für Mobilfunk bundesweit flächendeckend ausbauen.

Das Problem ist, dass die Mobilfunksender die bestehenden Mikrofonanlagen stören können, erklärte Reinhard Jansen, Präsident des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen. Zwar könnten Theater und andere Nutzer drahtloser Mikrofone noch bis 2015 auf den bisherigen Frequenzen bleiben, doch sei ein störungsfreier Betrieb nicht gesichert. Schon in diesem Sommer seien Totalausfälle zu befürchten, sagte Jansen.

Auch der Bad Hersfelder Festspielverwaltung ist die Problematik bekannt. „Es gibt allerdings bis heute keine verlässlichen Auskünfte,“ sagte Fachbereichsleiter Karl Schmidt. Weil die vorhandene Mikrofonanlage der Festspiele in einem künftigen neuen Frequenzbereich nicht mehr genutzt werden kann, haben die Festspiele ihre Entschädigungsansprüche vorsorglich beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst angemeldet. Ein gleichwertiger Ersatz der Anlage mit ihren 32 Mikroports würde um die 200 000 Euro kosten. Das Ministerium habe allerdings nur unverbindlich geantwortet, teilte Schmidt weiter mit.

Verbandspräsident Jansen hat mittlerweile die Bundesregierung aufgefordert, die Theaterbühnen stärker als bislang geplant bei der Umstellung der Technik finanziell zu unterstützen. Der Bund habe aus der Versteigerung der Funkfrequenzen vier Milliarden Euro erhalten, stelle aber für die Theatertechnik nur 129 Millionen Euro bereit. Doch alleine der Verband der professionellen Theater rechne mit einem Finanzbedarf von einer Milliarde Euro. hintergrund, zum tage

Von Ingo Happel-Emrich und Karl Schönholtz

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