Heute Eröffnung der 63. Spielzeit mit Festakt, Festival und „Nathan“

Festspiele zwischen Hoffen und Bangen

Bad Hersfeld. Begleitet von Hoffen und Bangen werden heute die 63. Bad Hersfelder Festspiele eröffnet. Denn das traditionsreiche Theaterfestival in der historischen Stiftsruine muss sich mehr denn je im Spagat zwischen hohen künstlerischen Ansprüchen und wirtschaftlichem Erfolg beweisen.

Der im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückliegende Vorverkauf für die heute beginnende Spielzeit hatte bereits im Vorfeld für politische Diskussionen gesorgt. Aktuell fehlen bei den Ticket-Einnahmen 450 000 (!) Euro. Weil weitere 110 000 Euro bei erwarteten Spenden ausgeblieben sind, droht im Festspiel-Etat ein Loch mehr als einer halben Million Euro. Dieser Sachstand wurde am Donnerstag von Stadtkämmerer Wilfried Herzberg im Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung berichtet.

Intendant Holk Freytag setzt hingegen auf die Zugkraft der neuen Produktionen und besseres Wetter als im vergangenen Jahr. Seinerzeit vermiesten Kälte und Regen das immer bedeutsamere Geschäft an der Abendkasse.

Zum Auftakt der neuen Spielzeit gibt es heute Abend Lessings „Nathan der Weise“ in der Inszenierung des Intendanten mit Stephan Schad in der Titelrolle. Dem Vernehmen nach hat Holk Freytag den stets aktuellen Klassiker über die Toleranz inhaltlich wie optisch verjüngt.

Vor der ersten Premiere auf der Bühne der historischen Stiftsruine findet an gleicher Stelle der Festakt statt. Schirmherr Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments, ist in diesem Jahr zwar nicht anwesend, dafür aber Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.

Die Festrede wird Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert halten.

Bereits am Nachmittag und nach dem Festakt findet in der Fußgängerzone wie gewohnt ein buntes Theaterfestival mit Straßenkünstlern statt. text rechts, zum tage

Von Karl Schönholtz

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