Bürgermeister Thomas Fehling stellt Konzept ab 2017 vor

Bad Hersfelder Festspiele mit Oper, aber ohne Intendanten

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Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling und Renate Schiller-Koblenz von der Festspielverwaltung stellten das neue Konzept vor.

Bad Hersfeld. Die Bad Hersfelder Festspiele stehen vor einschneidenden Veränderungen. Dies geht aus einen „Zukunftskonzept“ für die Zeit ab dem Jahr 2017 hervor, das Bürgermeister Thomas Fehling am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Kurhaus vorstellte.

Fehlings als persönlich deklarierte Vorstellungen, die weder mit dem derzeitigen Intendant Holk Freytag noch mit den politischen Fraktionen abgestimmt sind, sehen eine Zusammenführung von Sprechtheater und Musical mit der bisher vom Arbeitskreis für Musik (AfM) veranstalteten „Oper in der Stiftsruine“ vor. Unter der einheitlichen Marke „Bad Hersfelder Festspiele“ soll künftig eine Operninszenierung ins Gesamtprogramm integriert werden.

Die Leitung der Festspiele werden nach Fehlings Vorstellungen ein künstlerischer Direktor und ein gleichberechtigter kaufmännischer Geschäftsführer übernehmen. Die bisherige Position des für beide Bereiche verantwortlichen Intendanten entfällt. Dem Tandem übergeordnet wird die neu aufgestellte Theater- und Festspielkommission, der die Magistratsmitglieder, je ein Vertreter der Stadtverordnetenfraktionen und der Hauptsponsoren sowie der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine und des AfM angehören. Dieses Gremium soll den Spielplan genehmigen und das Budget freigeben.

Inhaltlich will der Bürgermeister das hohe Niveau halten, das Kindertheater stärken und durch zeitgemäße Angebote neue Zielgruppen gewinnen. Die Chancen für sein Konzept, das erst nach dem Auslaufen der derzeit geltenden Verträge mit Intendant Freytag und dem AfM umgesetzt werden soll, schätzt Fehling als „sehr gut“ ein. Das Land Hessen, das über die Nutzung der Stiftsruine mit entscheidet, werde seinen Weg mitgehen, ist Fehling überzeugt. Gespräche mit dem AfM über die Übernahme der Oper hätten sich dagegen „anspruchsvoller gestaltet“.

An der Erarbeitung des Konzepts war Festspiel-Intendant Holk Freytag nach Informationen unserer Zeitung nicht beteiligt.

Mittlerweile ist auch bekannt geworden, dass die Stadt Bad Hersfeld zum Jahresende ihre Mitgliedschaft in der European Theatre Convention (ETC), einer internationalen Theater-Vereinigung, gekündigt hat – ebenfalls ohne Rücksprache mit dem Intendant.

Mit Unterstützung der ETC hatten die Festspiele in den vergangenen vier Jahren das internationale Jugendforum „Europolis“ veranstaltet, an dem bisher über 250 Jugendliche und 16 Theater aus vielen europäischen Ländern teilgenommen haben. Für „Europolis“ ist im Entwurf des Wirtschaftsplans der Bad Hersfelder Festspiele 2014 kein Geld mehr vorgesehen.

„Ich bin ziemlich enttäuscht“, sagte dazu Heidi Wiley, Generalsekretärin in der Berliner Geschäftsstelle der ETC, denn „Europolis“ sei eines der wichtigsten Projekte des Verbundes. Eigentlich habe man nur noch auf das Startsignal für dieses Jahr gewartet. (ks)

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