Helgo Hahn will über neue Strukturen diskutieren

Festspiele und Oper ab 2016 verbinden

Bad Hersfeld. Seine Rede im Rahmen der Hersfeldpreis-Verleihung hat Helgo Hahn als Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine genutzt, um erneut das Verhältnis von Festspielen und Oper zu thematisieren und sich für eine Zusammenlegung in der Zukunft einzusetzen. Unter anderem sagte Hahn:

„Im vorletzten Jahr habe ich das Projekt ‘Festspiele 2015’ angeregt, also das Miteinander von Bad Hersfelder Festspielen und Oper in der Stiftsruine nach dem Ablauf der vertraglichen Vereinbarung zwischen der Stadt Bad Hersfeld und dem Arbeitskreis für Musik. Im vorigen Jahr habe ich ausdrücklich daran erinnert, dass die Zeit langsam knapp würde (...). Außer einer größeren Gesprächsrunde mit der Festspielverwaltung und dem Arbeitskreis für Musik sowie zahlreichen individuellen Gesprächen mit allen Beteiligten hat es bis jetzt keinen Fortschritt gegeben.

Umkämpfter Wettbewerb

Deshalb stelle ich heute öffentlich meinen Vorschlag einer Neustrukturierung der Bad Hersfelder Festspiele ab 2016 zur Diskussion. Ich wünsche mir, dass dieser Vorschlag überdacht und diskutiert wird – und zwar im Sinne einer offenen Diskussion. Ich bin der Meinung, dass die Sparte Oper in Zukunft Teil der Festspiele sein sollte. Das ist keine Respektlosigkeit vor der geleisteten Arbeit des AfM, aber der Kulturstandort Bad Hersfeld befindet sich mittlerweile in einem harten, auch wirtschaftlich umkämpften Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Publikums. Das gilt für Schauspiel, Musical und auch die Oper. (...)

Die Spielzeit der Festspiele kann dadurch um mindestens 14 Tage, eigentlich sogar drei volle Wochen verlängert werden. Bei geschickter Disposition von Proben und Aufführungen werden an den Wochenenden weitere Termine für Doppelvorstellungen frei. Ich habe überschlagen, dass circa 25 zusätzliche Vorstellungen möglich werden. Es liegt mir fern, das Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer des AfM zu diskreditieren. Im Gegenteil zolle ich Ihnen allen meinen höchsten Respekt. Ihr Engagement und Ihre Identifikation mit der Sparte Oper werden auch in der neuen Konstellation benötigt.

Auf der Bühne der Stiftsruine sollten nur noch fünf Stücke gespielt werden: ein Klassiker beziehungsweise ein ernstes Drama, ein unterhaltsames Stück, ein Musical, ein Kinder- und/oder Familienstück und eben eine Oper. Dazu kommt ein Stück im Eichhof und das Rahmenprogramm. Ich halte eine Kooperation mit einem festen Haus in unserer Umgebung für das Opernprojekt für möglich.

Mir ist bewusst, dass die Einbeziehung einer Opernproduktion möglicherweise auch die Kosten für unsere Festspiele erhöhen wird. Es gibt aber auch Einsparungsmöglichkeiten durch Synergie-Effekte, zum Beispiel bei Kartenverkauf, Marketing, Technik, Requisite oder Maske. (...) Ich plädiere für wenige, sorgsam ausgewählte, besondere und hochkarätige Konzerte, die eine möglichst große Bandbreite der Musik abdecken. (...) (red/nm)

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