Statt Informationen gab es im Kulturausschuss einen Rundumschlag gegen den Intendanten

Festspiele in der Kritik

Bad Hersfeld. Einen Rundumschlag des NBL-Stadtverordneten Michael Bock gegen Festspiel-Intendant Holk Freytag bekamen die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Bildung bei ihrer Sitzung in der Stadthalle zu hören. Erwartet hatte das Gremium laut Tagesordnung eigentlich aktuelle Informationen zum Marketing und zum Qualitätsmanagement. Doch die gab es nicht. Bürgermeister Thomas Fehling sah sich jedoch zur Berichterstattung nicht in der Lage, weil dieser Punkt vom Ausschussvorsitzenden Thomas Handke (SPD) erst nachträglich ins Programm aufgenommen worden war.

So blieb auch die Frage von Hans-Jürgen Schülbe (Unabhängige) nach dem Stand des Kartenvorverkaufs unbeantwortet. Über die Festspiele müsse „dringend gesprochen werden“, stellte Schülbe jedoch fest, der wohl auch von atmosphärischen Störungen zwischen Intendant und Bürgermeister sowie von Ärger mit der Hamburger Marketing-Firma Eskom gehört hatte.

Diese Vorlage nutzte dann Michael Bock, um das Marketing der Hamburger als „desaströs, weil nicht wahrnehmbar“ abzukanzeln. „Der Intendant ist schlecht“, legte Bock nach und warf Holk Freytag vor, sich zu verzetteln. Noch dazu sei der Festspiel-Chef „nicht offen für Kritik“.

Verschenktes Geld

Konkret nannte Bock die Nicht-Beachtung des allerorts präsenten Grimm-Jahres durch die Festspiele und den Eröffnungstermin der bevorstehenden Spielzeit. Anstatt dem zunächst gleichzeitig terminierten Start des Hessentages in Kassel durch eine Vorverlegung auf den Donnerstag auszuweichen, würden die Festspiele nun am Samstag, 15. Juni, eröffnet. „Da wird Geld verschenkt“, schimpfte Bock, weil die üblicherweise ausverkaufte Wochenend-Vorstellung nun durch Freikarten für Ehrengäste und Medien finanziell belastet würde.

„Dieses Jahr ist durch“, nahm der Bürgermeister dann doch noch kurz Stellung. Doch für 2014 gebe es Überlegungen, wie man an bestimmte Dinge „anders herangehen“ könnte. Die Frage sei, ob die derzeitigen Strukturen noch zeitgemäß seien. Entscheidungen seien jedoch noch keine getroffen. weiterer bericht

Von Karl Schönholtz

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