Festspiele und Fußball – jetzt geht es richtig rund

Kai A.

Es kribbelt wieder – und diesmal doppelt: Festspiel-Eröffnung und WM-Auftakt, das ist wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Nach dem Zank und Streit der vergangenen Monate freuen wir uns jetzt auf tolle Stunden in der Ruine und auf spannenden Spiele in Brasilien mit „unserem“ sympathischen Nationalspieler Shkodran Mustafi.

Großes Theater und ab und an eine Blutgrätsche gibt es immer wieder in Heringen. Das Regierungspräsidium in Kassel zückte daher jetzt vorsorglich die gelb-rote Karte. Vor der Bürgerversammlung zur Werra-Renaturierung schickte uns der Sprecher des RP eine Art „Warnhinweis“: „Die veröffentlichte Einladung legt aus Sicht des Regierungspräsidiums nahe, dass dort eine sehr einseitige Darstellung gegeben wird“, hieß es dort. Wir Journalisten wurden gebeten, doch auch die Sicht des RP abzufragen.

Cleverer wäre es freilich gewesen, wenn das Regierungspräsidium gleich mit seinen Experten vor Ort gewesen wäre – wenngleich derartige Versammlungen im „Circus Maximus“ von Heringen gewiss kein Spaziergang sind.

Doch auch die Heringer sollten überlegen, ob ihre Ablehnung der Renaturierungsvorhaben wirklich klug ist. Immerhin würden die neu-entstehenden Retentionsräume auch als Ausgleichsflächen für K+S oder andere Bauvorhaben der Werra-Gemeinde gelten.

Auch wenn in diesen Tagen offenbar der Fußball-Gott die Welt regiert – so ist das runde Leder doch nicht alles. Die islamische Gemeinde in Bad Hersfeld sucht seit langem nach einem neuen Platz für ihre Moschee. Nun könnte ein geeignetes Objekt gefunden worden sein: Die alte Heilwasser-Abfüllanlage am Kurpark hinter der Stadthalle. Das Gebäude steht seit langem leer. Bürgermeister Thomas Fehling wollte die Immobilie eigentlich in den Lullus-Sportpark integrieren – nun aber führt er auch Gespräche mit der islamischen Gemeinde. Ausgang offen.

Für Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten ist der Ausgang indes klar – er führt in Richtung wohlverdienten Ruhestand. Lange Jahre stand er im Dienste der Gemeinschaft im wahrsten Sinne des Wortes im Feuer. Jetzt hat er einen würdigen Abschied verdient. Den soll er natürlich auch bekommen: Am kommenden Montagabend – ausgerechnet dann, wenn Deutschland spielt.

Unglücklich – für alle Beteiligten, denn nicht nur unsere Feuerwehrleute brennen für den Fußball. Der Termin steht aber schon länger fest als der Spielplan, eine Verlegung kommt nicht in Frage. Immerhin will das Landratsamt einen Fernseher aufstellen.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Ehrengast dabei am Ende nicht in die Röhre guckt.

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