Neuer Ärger um die Vorstellung des Spielplans für 2014 – Intendant äußert sich nicht

Festspiele: Fehling attackiert Freytag

Bad Hersfeld. Der Bad Hersfelder Festspiel-Streit zwischen Bürgermeister Thomas Fehling und Intendant Holk Freytag geht in die nächste Runde: Per Pressemitteilung beschwerte sich der Rathauschef gestern darüber, dass Freytag am kommenden Montag in der Sitzung der Theater- und Festspielkommission den Spielplan 2014 vorstellen will, ohne sich vorher mit dem Bürgermeister und der Verwaltung abgestimmt zu haben.

Diesen Vorgang bezeichnet Fehling als „erstaunlich“. Alle früheren Intendanten hätten ihre Spielpläne zunächst mit den erfahrenen Verwaltungsmitarbeitern diskutiert und dabei Vor- wie Nachteile abgewogen. Freytag praktiziere hingegen ein anderes Verfahren, heißt es in der Stellungnahme. So habe er Hinweise und Bedenken gegen den Spielplan 2013 ignoriert. „Mit bekanntem Ergebnis“, merkt Fehling an, der damit auf das Defizit von 344 000 Euro anspielt.

Ein erster Spielplan-Entwurf für 2014 sei im Juni nach Diskussion über die Stückeauswahl wieder zurückgezogen worden. „Ich hatte Herrn Freytag am 16. Juli 2013 angefragt, wann wir den Spielplan 2014 erfahren. Seitdem warten wir auf eine Antwort. Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Intendant mit dem Spielplan bis zum allerletzten Moment wartet, um uns (...) unter Druck zu setzen und seinen Kopf durchsetzen zu können“, schreibt der Bürgermeister weiter.

Fehling hat nun den Termin für die Vorstellung des Spielplanes auf den 16. September festgelegt, da sonst aus Sicht der Verwaltung der Vorverkaufsbeginn Ende Oktober nicht zu realisieren ist. „Eine frühere Abstimmung wäre allerdings von Vorteil gewesen“, meint der Bürgermeister.

Zwei Tage später findet dann das angekündigte Gespräch zwischen Fehling, Freytag und dessen Anwalt Joachim Benclowitz vom Deutschen Bühnenverein statt. Diesem hat der Intendant jetzt auch die Pressemitteilung der Stadt übersandt. Weiter wollte sich Freytag zu Fehlings neuerlichen Vorwürfen nicht äußern.

Dagegen bezeichnete der Vorsitzende der Mehrheitsfraktion von SPD, Grünen und FWG in der Stadtverordnetenversammlung, Bernd Wennemuth, Fehlings Vorgehen als „skandalös“.

Wennemuth gegenüber unserer Zeitung: „Der Intendant soll offenbar sturmreif geschossen werden, indem man ihm die Voraussetzungen für eine vernünftige Arbeit entzieht, um ihm dann genau das vorzuwerfen.“

Der Spielplan sei Sache des Intendanten, stellte Wennemuth fest, und wäre schon längst beschlossene Sache, wenn man Freytag nicht schon im Juni in der Kommission unfair attackiert hätte.

Von Karl Schönholtz

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