Festspiele wie eine Marke betrachten - Neues Konzept soll Sponsoren gewinnen

BAD HERSFELD. Um das Erscheinungsbild und das Marketing der Bad Hersfelder Festspiele kümmert sich seit diesem Jahr die Kommunikationsagentur Eskom Partner aus Hamburg. Deren geschäftsführender Gesellschafter Hubertus von Stolzmann sagte gestern, die Festspiele müssten „wie eine Marke betrachtet werden“.

Im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des Ensembles für die Spielzeit 2012 hatte Intendant Holk Freytag auch diesen neuen Partner präsentiert, von dessen vielfältigen Kontakten und Erfahrungen sich die Festspiele vor allem neue Sponsoren versprechen. Von Stolzmann sprach denn auch von einem „Geben und Nehmen“ und bezeichnete die Kultur als „Nahrungsmittel, ohne das wir seelisch verhungern“. Was die bisherige Resonanz des Publikums auf den Spielplan 2012 angeht, so verweigerte der Leiter der Festspielverwaltung, Karl Schmidt, zwar konkrete Zahlen, sagte jedoch, dass man mit dem Stand des Vorverkaufs „nicht unzufrieden“ sei. Der Festspiel-Etat liegt in diesem Jahr bei 5,09 Millionen Euro und damit um 300 000 Euro über dem des Vorjahres. Eingerechnet sind dabei auch deutlich erhöhte Einnahmen beim Ticketverkauf.

An der Zusammenstellung des Ensembles habe er gut ein Jahr lang gearbeitet, erklärte Holk Freytag. Die letzten Verpflichtungen wurden erst vor wenigen Tagen vorgenommen. So habe es beispielsweise für das Musicalensemble 500 Auditions (Vorsingen) gegeben, um größtmögliche Qualität nach Bad Hersfeld zu holen.

Dennoch musste der Intendant bis zuletzt um- und neu disponieren: Die für die Rolle des Narren in „König Lear“ vorgesehene Schauspielerin fällt wegen einer Operation aus, nach Ersatz wird noch gesucht. Und Marie- Theres Futterknecht, die Mutter Wolf im „Dschungelbuch“ erwartet wenige Wochen vor dem Festspiel- Start Zwillinge. Anja Brünglinghaus wird für sie einspringen. Stefan Reck steht zwar für das „Dschungelbuch“ zur Verfügung, nicht aber für „Der Name der Rose“, wo ihn Nikolaus Kinsky ersetzen wird. Die Premierenfeier wird diesmal in der Schilde-Halle stattfinden und nicht mehr in der Stadthalle. Auch einen Satz zum nächsten Jahr ließ sich der Intendant entlocken: Am Gerücht, Volker Lechtenbrink werde 2013 ein weiteres Mal zu den Festspielen kommen „ist was dran“, sagte Freytag. (ks)

Kommentare