Festspiel-Fieber, Vereins-Probleme und etwas Zittern

Ulli Meiß hat gerufen, und alle kommen: Beim Kartenvorverkauf für das Festspiel-Abschlusskonzert bildeten sich lange Schlangen.

Das Festspiel-Fieber steigt wieder. In drei Wochen beginnen die schönsten Wochen des Jahres und schon jetzt bevölkern die Festspiel-Stars unsere Stadt. Für die Premiere am 24. Juni versprechen die Theatermacher um Intendant Dieter Wedel eine unterhaltsame, aber dennoch etwas andere Eröffnungsfeier in der Ruine.

Die etwas improvisierte Festspieleröffnung in einem Pavillon im Park war im vergangenen Jahr nicht bei allen gut angekommen. Der Rote Teppich aber wird auch in diesem Jahr wieder vor der Ruine ausgerollt. Prominente, Stars und Sternchen werden darauf unseren Festspielen noch etwas Glanz und Glamour verleihen.

Das Medieninteresse ist in diesem Jahr noch größer als bisher: Viele Fernsehteams, überregionale Tageszeitungen und die bunten Blättchen, die alle angeblich nur beim Friseur lesen und die doch jeder kennt, waren schon hier oder haben sich angesagt. Diese Werbung ist gut für unsere Festspiele.

Ohne viel Werbung kommen Ulli Meiß und seine charmanten Sänger und Musiker aus. Beim Vorverkaufsbeginn für das Festspiel-Abschluss-Konzert der Obersberg-Chöre am vergangenen Mittwoch standen die Fans fast einmal rund um die Kartenzentrale herum. Das „Beweisfoto“ schickte uns Ulli Meiß, der zurecht stolz ist auf seine jungen Musiker, die unsere Region als singende Botschafter auch in aller Welt so würdig repräsentieren.

Mit weniger erfreulichen Themen musste sich die Neue Bürgerliste jetzt befassen. Die NBL ist keine Partei sondern ein Verein, weshalb dort laut Satzung eben auch Mitglieder anderer Parteien beitreten können. So ist auch Peter Fricke seit geraumer Zeit und völlig unauffällig Mitglied der NBL – was jetzt nicht mehr alle erfreut. Denn Fricke ist inzwischen auch Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland im Kreistag. Anders als seine Parteifreunde Petri, Gauland und Höcke ist Peter Fricke zwar eher ein Mann der moderaten Töne. Dennoch hat er nach einem Gespräch mit dem NBL-Vorstand seinen Rücktritt zum Jahresende erklärt. Damit können, dem Vernehmen nach, alle gut leben.

Nicht nur das Festspiel-Fieber steigt, sondern bei mir auch das Lampenfieber. Zwar müssen wir Zeitungsleute wie Schauspieler auch ab und an mal in verschiedene Rollen schlüpfen. Dennoch ist es für uns nicht alltäglich, vor über 1000 Zuschauern auf der Bühne der Stiftsruine zu stehen. Wenn ich also am Sonntag bei der großen HZ-Festspiel-Matinee Schweißausbrüche und zittrige Hände habe, dann sehen Sie mir das bitte nach. Ich freue mich trotzdem darauf, viele von Ihnen zu sehen. Hoffentlich spielt auch das Wetter mit.

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