Bad Hersfelder Haupt- und Finanzausschuss schließt neuerliche Deckungslücke

Festspiel-Etat wird aufgestockt

Drangvolle Enge herrschte gestern im Haupt- und Finanzausschuss von Bad Hersfeld, als erneut über die Festspiele diskutiert wurde. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Die neuerliche Deckungslücke im Wirtschaftsplan der Bad Hersfelder Festspiele ist geschlossen. Einstimmig stockte der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Stadtverordnetenversammlung gestern den Fünf-Millionen-Etat um weitere 140 000 Euro beim künstlerischen Personal auf. Mit diesem Geld können nun die von Bürgermeister Thomas Fehling unter Hinweis auf vorläufige Haushaltsführung bislang verweigerten Verträge mit einem Hauptdarsteller und einem Regisseur gefertigt werden (unsere Zeitung berichtete).

Hatte Fehling selbst schon die Erhöhung der plafonierten Zuweisung um diesen Betrag vorschlagen wollen, so hatte der Antrag von SPD und Grünen den Charme, dass die Mehrausgabe durch höhere Einnahmen beim Kartenverkauf bereits gedeckt ist, den Gesamthaushalt also nicht weiter belastet.

Einstimmig hieß gestern allerdings nicht einmütig. Während Monika Schmidt (Grüne) die Argumentation von Intendant Holk Freytag, der die zusätzlichen Ausgaben mit Investitionen bei der Licht- und Tontechnik begründet hatte, nachvollziehen konnte, pochten Vertreter von CDU, NBL und FDP auf die im Dezember vergangenen Jahres getroffene Verabredung im Ältestenrat, wo das Festspiel-Budget auf besagte fünf Millionen festgesetzt worden war.

„Wir haben keine Alternative, das ist das Schlimme“, grummelte Uwe Kohlstädt (NBL) und warf dem Intendanten vor, den Dezember-Kompromiss zu missachten.

Bernd Böhle (FDP) kündigte ein „Nachspiel“ an und sagte, man lasse sich „von keinem Intendanten hinters Licht führen“. Hans-Jürgen Schülbe (Fraktionsgemeinschaft) wollte die Festspiele nicht dem Risiko aussetzen, durch eine Verweigerung des Geldes zwei Stücke zu gefährden.

Nachdem die Festspiel-Kuh doch noch vom Eis geholt worden war, widmete sich der Ausschuss dem eigentlichen Haushalt. 17 Seiten Veränderungsliste ließen eine lange Sitzung erahnen, die bei Redaktionsschluss noch nicht beendet war. Vorsitzender Bernd Wennemuth hatte ohnehin schon ein weiteres Treffen des HFA zum Haushalt in Aussicht gestellt.

Die endgültige Entscheidung über den Etat 2014 soll die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 8. Mai, treffen.

Von Karl Schönholtz

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