Heftiger Streit und Beleidigungen im Hersfelder Stadtparlament

Festspiel-Debatte außer Rand und Band

Bad Hersfeld. Von Einsicht und Vernunft, gar von Gemeinsamkeit keine Spur: Die Debatte der Bad Hersfelder Stadtverordneten über die finanzielle Absicherung der Festspiele geriet am Donnerstagabend außer Rand und Band.

Beleidigende Attacken gegen Intendant Holk Freytag („Eine Schande für unsere Stadt“, Bernd Böhle, FDP) und SPD-Chef Bernd Wennemuth („Haben Sie sie noch alle?“, Michael Bock, NBL) waren die Gipfel einer Auseinandersetzung, die erst nach Einberufung des Ältestenrates wieder in geordneten Bahnen verlief. Böhle und Bock nahmen ihre Äußerungen in anschließenden persönlichen Erklärungen wieder zurück.

Entzündet hatte sich die Diskussion an einem Antrag der Mehrheitsfraktion von SPD, Grünen und FWG, der den Magistrat mit der Sicherstellung der finanziellen wie sächlichen und personellen Ausstattung für die bevorstehende Spielzeit 2014 beauftragen sollte.

Darin sah die Gegenseite den Versuch, das fehlgeschlagene taktische Manöver aus der vorhergehenden Sitzung zu heilen. Damals hatte sich die Mehrheitsfraktion bei der Abstimmung über den vom Magistrat vorgelegten Wirtschaftsplan der Festspiele mit einer Ausnahme kollektiv enthalten, um den Rest des Parlaments mit in die Verantwortung zu nehmen. Darauf ließen sich CDU, NBL, FDP und Fraktionsgemeinschaft jedoch nicht ein, die Vorlage wurde abgelehnt.

Am Donnerstag prallten nun die gegensätzlichen Sichtweisen erneut aufeinander, ehe die Mehrheitsfraktion ihren Antrag durchsetzte. Dabei ging dann fast unter, dass von Seiten der NBL ein Kompromissvorschlag unterbreitet wurde (Ausgaben um fünf Prozent kürzen, dafür die städtische Zuweisung auf eine Million erhöhen).

Auch Bürgermeister Thomas Fehling kündigte an, die erforderlichen Verträge nun unterschreiben zu wollen, „weil ich davon ausgehe, dass das Geld zur Verfügung gestellt wird.“

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