Festspiel-Ärger mit Ansage und scharfer Tonfall

Die bevorstehende Sitzung der Festspiel- und Theaterkommission am kommenden Montag verspricht eine hitzige zu werden. Nachdem schon im Vorfeld die Vorschläge von Intendant Holk Freytag für die Spielzeit 2015 bekannt geworden sind – vorgesehen sind demnach das Musical „Cabaret“, Brechts „Mutter Courage“ und „Der zerbrochene Krug“ von Kleist sowie als Wiederaufnahmen „Nathan der Weise“ und „Don Quijote“ –, regten sich prompt die ersten kritischen Stimmen.

Dabei ist derzeit noch nicht einmal bekannt, was Freytag bewogen hat, gerade diese Stücke auszuwählen. Kann man sich ja erst mal anhören, bevor gleich wieder gemeckert wird. Allerdings geht es am Montag nicht nur darum. Programmierten Ärger wird es wohl um das Spar-Diktat der Politik an die Festspiele geben. Um 400 000 Euro sollte der Intendant seine Ausgaben reduzieren. Schon zu Probenbeginn in diesem Jahr hatte Holk Freytag darauf hingewiesen, dass eine solche Auflage alleine das künstlerische Personal treffen und Einbußen bei der Qualität zur Folge haben wird.

Und schließlich gibt es auch bei den Themen Marketing und Sponsoring Diskussionsbedarf. Für Spannung ist also gesorgt. Schade nur, dass die Kommission unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagt. Wir wüssten nämlich nur allzu gerne, wer den Festspielen wohlgesonnen ist und sie – auch mit konstruktiver Kritik – unterstützt und wer hier persönliche Animositäten auslebt.

Mit Spannung wird auch die örtliche Gastronomie die Pläne für die neue Spielzeit verfolgen. Freilich aus einem weniger künstlerischen Blickwinkel. Wir hören, dass die Wirte in der Innenstadt mit dem Publikumszuspruch in diesem Jahr nicht zufrieden sind. Bis zu 20 Prozent weniger, heißt es, besonders schwierig seien die Wochentage – gute Kritiken hin oder her. Vielleicht liegt es ja auch am fehlenden Festspiel-Flair in der Stadt in diesem Jahr. Kein Theaterfestival zum Auftakt, keine geschmückten Schaufenster. Naja, bestimmt wird nächster Jahr alles besser.

Der Tonfall im Niederaulaer Gemeindeparlament ist in den vergangenen Monaten schärfer geworden. Dabei scheinen die Rededuelle zwischen Rathauschef Thomas Rohrbach und den Vertretern der Minderheitsfraktionen Vorboten für die Bürgermeisterwahl am 28. September zu sein. Über mögliche Herausforderer des Amtsinhabers ist in der Marktgemeinde in den vergangenen Wochen zwar viel spekuliert worden.

Anders als in Haunetal, wo zeitgleich gewählt wird, hat offiziell noch kein weiterer Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen. Jetzt bringt sich nach Informationen unserer Zeitung allerdings ein Kandidat aus einem Nachbarlandkreis in Stellung. Es bleibt also auch hier spannend.

Kommentare