Bundespolizei probte Ernstfall in Zivilkleidung

Festnahme wurde im „Naxos“ geübt

Zugriff erfolgt: Im Bad Hersfelder Restaurant „Naxos“ fand eine Observationsübung der Bundespolizei Hünfeld statt. Foto: Rössing

Bad Hersfeld. Es ist 11.30 Uhr. Das „Naxos“ hat gerade geöffnet und füllt sich langsam. Totz regennasser Tische bitten zwei Männer in legerer Kleidung, einer mit Schirmmütze, der andere mit einem Tablet-PC in der Hand, um einen Platz draußen. Zwei weitere Männer, diesmal im Anzug, betreten das Restaurant und setzen sich im hinteren Teil des Lokals. Sie unterhalten sich und bestellen Kaffee, einer telefoniert mit einem Kunden. Plötzlich stehen die Frischluft-Liebhaber auf und betreten den Schankraum. Sie gehen zielstrebig auf ein Trio zu, das in der Ecke sitzt – und verhaften die Männer.

Was wie ein Szenario aus einem Film wirkt, ist die Übung des Ernstfalls. Die Hünfelder Bundespolizei probte gestern in Absprache mit Paris Dingiloudis, dem Besitzer des griechischen Restaurants, die Observation von verdächtigen Personen mit abschließender Festnahme. „Dabei stammen alle handelnden Personen aus den eigenen Reihen“, teilt Jürgen Bohl, Pressesprecher der Bundespolizei Hünfeld, mit.

„Wir versuchen Orte oder Lokalitäten in erreichbarer Nähe für unsere Einsatzübungen zu finden.“ Dabei sollte es sich immer um verschiedene Objekte handeln, damit sich der Ablauf nicht einspielt. „Auch eine Übung im Gedränge auf einem Volksfest könnte eine Variante sein, den Leistungsstand der Polizisten zu überprüfen“, berichtet Jürgen Bohl wohl mit Blick auf das diese Woche zu Ende gegangene Lullusfest.

„Wir wurden von einem Mitarbeiter der Bundespolizei gefragt, ob wir unser Restaurant zu Verfügung stellen würden und sagten gerne ja“, erklärt der Besitzer des Naxos. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn erwarteten er und sein Bruder Kosta gespannt den Beginn der Übung. In dieser Zeit observierten die zwölf Polizisten, allesamt in Zivil, noch die Täter auf offener Straße. Auch das gehört zu einer solchen Übung dazu. (sar)

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