Musikalisches „Dinner for Four“ für Orgel und Trompete an Silvester in der Bad Hersfelder Stadtkirche

Festlich-humorvoll zum Ausklang

Ein musikalisches Dinner for Four servierten in der Stadtkirche am Silvesterabend (von links): Sebastian Bethge, Tim Teschner, Evgeny Yatsuk und Björn Diehl.

Bad Hersfeld. Ein appetitliches Menü mit musikalischen Kostbarkeiten voll Charme, Witz und festlichem Glanz haben Stadtkirchenkantor Sebastian Bethge und seine Musikerkollegen Björn Diehl aus Oberaula (Trompete), Evgeny Yatsuk aus Oldenburg (Trompete) und Tim Teschner aus Kiel (Orgel) zum Jahreswechsel in der Stadtkirche angerichtet.

Dem in großer Zahl erschienenen Publikum servierten sie eine bunte Mischung von Musik aus fünf Jahrhunderten, der sie durch eigene Improvisationen einen persönlichen Stempel aufdrückten.

Musiker in Bewegung

Schon der Auftakt mit Händels „Einzug der Königin von Saba“ machte deutlich, was die Besucher an diesem Abend erwartete: Musik von allen Seiten, strahlende Trompetenklänge und dazu die ungeheure Vielfalt der verschiedenen Orgeln in der Stadtkirche. Für die Musiker bedeutete das reichlich Bewegung während des Konzerts. Sie mussten vom Alterraum auf die Empore und hinauf zur Orgel und dann wieder zurück eilen. Für die Besucher brachte diese Art des Konzertierens ungewohnte Hörerlebnisse. Die große Eule-Orgel gab ein Melodiemotiv vor, die kleiner Orgel im Altarraum griff es auf, entwickelte es weiter, beide zusammen vollendeten das Stück.

Zu den Höhepunkten des Abends zählten neben den prachtvoll-festlichen Stücken von Händel, Vivaldi, Clarke und Bonelli vor allem die Improvisationen. Tim Teschner ließ sich aus dem Publikum Wünsche zurufen und gestaltete aus so verschiedenen Melodien wie „Guten Abend, gute Nacht“, dem Abendsegen aus der Oper „Hänsel und Gretel“, dem Volkslied „Geh aus mein Herz und suche Freud“, dem Hallelujah aus Taizé, „Lemon Tree“ oder der Titelmelodie des Films „Piraten aus der Karibik“ ein Gesamtkunstwerk, bei dem er auch die fast unendlich erscheinenden Ausdrucks- und Klangmöglichkeiten der Eule-Orgel demonstrierte.

Davon ließ auch Sebastian Bethge einiges hören, als er Johann Strauß" Walzer „An der schönen blauen Donau“ in einer Orgelbearbeitung vortrug und gegen zuviel Walzerseligkeit immer wieder überraschende Klänge setzte.

Mit einem Jazz-Trumpet-Contest begeisterten auch die beiden Trompeter Evgeny Yatsuk und Björn Diehl von den beiden gegenüberliegenden Emporen. Mit bekannten Melodien, wie „Summertime“, „Entertainer“ oder „O Happy Day“ zeigte dann das komplette Dinner-for-Four-Team sein Improvisationstalent, bevor der Konzertabend mit Händels „Halleluja“ und viel Beifall festlich ausklang.

Von Christine Zacharias

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