Neues Buch über 40 Jahre Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist Chronik und Bestandsaufnahme

Festhalten, was sich getan hat

Für zehn Euro in den Bürgerservice-Büros des Kreises in Bad Hersfeld und Rotenburg erhältlich: Das neue Buch über 40 Jahre Landkreis-Geschichte. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt nahm gestern sogar das Wort „Streit“ in den Mund, als er bei der Präsentation des neuen Buches „40 Jahre Landkreis Hersfeld-Rotenburg“ von gelegentlichen Auseinandersetzungen mit Autor Gerhard Deiseroth erzählte.

Denn die Aufarbeitung von vier Jahrzehnten Kreisgeschichte durch einen Verwaltungsmitarbeiter, der diese Zeit von Beginn an miterlebt hat, sollte nach Ansicht des Landrats nicht in Innenansichten münden. „Es muss doch gelesen werden“, sagte Schmidt, der wohl befürchtet hatte, die 304 Seiten dicke Fleißarbeit könne in den Bücherregalen verstauben.

Transparent machen

Gerhard Deiseroth wiederum räumte gerne ein, dass er bei der Fülle des Materials und der Komplexität der Themen Kompromisse eingehen musste. Dennoch ist das trotz einer Fülle von Fotos kein oberflächliches Bilderbuch geworden. „Ich wollte transparent machen, wofür der Landkreis alles steht“, sagte der Autor, der gut anderthalb Jahre seiner freien Zeit in das Mammutprojekt investiert hat. Das ist ihm zweifelsohne gelungen. Nach einem allgemeinen Blick auf die Entwicklung des Kreises seit der Gebietsreform 1972 gibt es Kurzporträts der einzelnen Gemeinden.

Hier sind alle aktuellen und bisherigen Bürgermeister im Bild verewigt, wie das Buch überhaupt mit zahllosen historischen Aufnahmen glänzt. Dabei hat Deiseroth nicht nur auf bereits vorhandene Bilder zurückgreifen können, sondern als begeisterter Fotograf auch auf eigene Werke. „Und was noch fehlte, das habe ich den Archiven der Zeitungen gefunden, das war dann die ideale Ergänzung“, berichtete er von seinen Recherchen.

Eine breite Darstellung der Aufgaben der Kreisverwaltung mit ihren Eigenbetrieben und Gesellschaften macht deutlich, dass auch hier die Aufgaben mit der Zeit immens gewachsen sind.

Beim Blick zurück hat Deiseroth zwei unterschiedliche Phasen der Kreis-Geschichte ausgemacht – die des Zonenrandgebietes bis 1989 und die Zeit der gravierenden strukturellen Veränderungen nach der Grenzöffnung. Auch dies gibt das Buch nachvollziehbar wieder.

Gerhard Deiseroth, 61 Jahre alt und damit nicht mehr allzu weit vom Ruhestand entfernt, sei der richtige Mann gewesen, um dessen immensen Wissens- und Erfahrungsschatz auf diese Weise zu sichern, sagte der Landrat und fügte hinzu: „Wir wollten festhalten, was in den 40 Jahren war und was sich entwickelt hat.“ Schmidt würdigte in diesem Zusammenhang auch die Mitarbeit von Carola Stransky, die dem Autor als Redaktionsassistentin zur Seite stand.

 hintergrund

Von Karl Schönholtz

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