Mehr zum Thema: Langfinger nehmen im Hotel selbst teure Geräte mit

Fernseher im Bettbezug

Beliebte Mitbringsel: Im Schlosshotel Prinz von Hessen in Friedewald fehlen nach der Abreise oft nicht nur Bademäntel und Handtücher. Hausdame Gabriele Leffler hat auch schon erlebt, dass noch wertvollere Gegenstände mitgenommen wurden. Foto: Schaffner

Hersfeld-Rotenburg. Geklaute Handtücher sind für Hotels in Waldhessen oft noch das kleinste Problem. In Gästehäusern zwischen Rotenburg und Hohenroda verschwinden mitunter auch wesentlich kostspieligere Gegenstände. Wir haben bei heimischen Hoteliers nachgefragt, was sich Gäste alles ungefragt in den Koffer stecken.

Im Bad Hersfelder Stadt-Hotel hat Geschäftsführerin Heidrun Viering schon die unglaublichsten Dinge erlebt: „Bei uns haben Gäste schon Fernseher im Bettbezug rausgeschmuggelt“, sagt sie. Fehlende Fernbedienungen, entwendete Aschenbecher und geklaute Handtücher seien deshalb fast schon Lappalien, die Hoteliers in Kauf nehmen müssten. Um sich zumindest gegen größere Diebstähle zu schützen, hat Viering kürzlich Videokameras im Checkout-Bereich installieren lassen.

Fehlende Fernseher hat auch Markus Göbel vom Schlosshotel Prinz von Hessen in Friedewald zu beklagen. „Bei uns kommen leider auch Wii-Spielkonsolen, Bilder und Teppiche weg“, sagt der Eigentümer des Fünf-Sterne-Hauses, der pro Jahr allein rund 50 entwendete Mikrofaser-Wellnessdecken im Wert von jeweils 40 Euro nachkaufen muss.

Vor allem in Räumlichkeiten, die von mehreren Gästen gleichzeitig genutzt werden können, ließen sich die Spuren der Übeltäter meist nicht zurückverfolgen. Wenn im Wellnessbereich Handtücher, Bademäntel und flauschige Decken verschwinden, hätten viele Hoteliers keine Möglichkeit, den Souvenirjägern auf die Schliche zu kommen. Dasselbe gelte oft auch für technisches Gerät aus Konferenzräumen.

Als Werbung verbuchen

Im Hotel Rodenberg (Rotenburg), das ebenfalls zur Göbel-Gruppe gehört, beschränkten sich Langfinger auf Bademäntel und Handtücher. „Das sind Allerweltssachen, die wir im besten Fall als Werbung für unser Haus verbuchen können“, sagt Markus Göbel.

Bewusst oder aus Versehen eingesteckte Gegenstände sind im Hessen Hotelpark Hohenroda hingegen die Ausnahme. „Das beschränkt sich auf Handtücher“, sagt Geschäftsführer Michael Schubert.

Auch im Hotel Röse in Bebra scheinen Diebstähle eher selten zu sein. „Bei uns ist das kein großes Problem“, sagt Geschäftsführer Karl Werner Rehs. Im Gegenteil: „Viel öfter kommt es vor, dass Gäste bei uns ihre Sachen vergessen“.

Von Sebastian Schaffner

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