Bad Hersfelder Festspiele: Janina Stopper ist die Mary Warren in „Hexenjagd“

Fernsehen reicht ihr nicht

Noch in Berlin, bald in Bad Hersfeld: Janina Stopper – hier vor dem Renaissance-Theater – spielt bei den Festspielen in der „Hexenjagd“ mit. Foto: Schönholtz

Berlin. Ein süßes rothaariges Mädchen gefällig? Bei Janina Stopper war man da einst an der richtigen Adresse: schon als Fünfjährige stand die gebürtige Münchnerin als Model vor der Kamera – immer dann, wenn bei ihrer Agentur ein kindlicher Feuerkopf gefragt war.

Nicht viel später ging es bei ihr bereits um bewegte Bilder: Ihr Filmdebüt gab Stopper in Rainer Kaufmanns Krimi „Die Apothekerin“. Für die die junge Janina der Start einer steilen Karriere. „Ich habe gedreht, gedreht, gedreht“, erinnert sie sich beim Treffen in einem Berliner Café.

Kein Zufall

Die Nähe des Ortes zum Renaissance Theater in der Hardenbergstraße ist dabei kein Zufall. Nach zahllosen Engagements für Film und Fernsehen stellte Stopper eines Tages fest: „Das reicht mir nicht“, verließ München nach 21 Jahren und suchte ihr berufliches Glück fortan auf der Theaterbühne. Begleitend zur Ausbildung an der Schauspielschule in Potsdam sammelte sie erste praktische Erfahrungen – auch um es denen zu beweisen, die ihr voreilig attestierten, sie sei „nicht bühnentauglich“.

Die akustische Herausforderung ist für sie gerade das Reizvolle am Theater, sagt die Wahl-Berlinerin, die sich mit ihrer Stimme mittlerweile auch für die Dimensionen der Stiftsruine in Bad Hersfeld gerüstet sieht. Im Sommer wird Stopper bei den Bad Hersfelder Festspielen als Mary Warren in Dieter Wedels Inszenierung der „Hexenjagd“ mitwirken.

Bereits 2011 hatte sie in Worms bei Wedel-Assistent Joern Hinkel für eine Rolle bei den Nibelungen-Festspielen vorgesprochen und offenbar einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, dass man sich ihrer jetzt erinnerte. Und Freilicht-Erfahrung hat Janina Stopper auch schon: in Garmisch-Partenkirchen stand sie beim Kultursommer bereits als „Momo“ auf der Bühne. Aktuell ist sie im Stück „Haus auf dem Land“ im Renaissance-Theater zu sehen. Dort kann sie sich aus erster Hand über die Festspiele informieren: Ihr Partner im Berliner Theater ist Hersfeldpreisträger Christian Schmidt.

Von Karl Schönholtz

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