Schüler können in fast keinem Unternehmen arbeiten

Ferienjobs sind diesen Sommer Mangelware

Hersfeld-Rotenburg. Die Sommerferien haben begonnen. Viele Schüler wollen die Zeit nutzen, um ihr Taschengeld aufzubessern. Doch das ist im Kreis Hersfeld-Rotenburg schwierig, denn bis auf wenige Ausnahmen stellen die Firmen keine Ferienjobber ein.

„Wir stellen keine Schüler ein“, erzählt Ulrike Stöcke, Pressesprecherin der Firma Amazon in Bad Hersfeld. Sechs Wochen seien ein zu kurzer Zeitraum, deshalb stelle Amazon nur Studierende für mehrere Monate ein. Auch der Tegut-Markt an der Stephan-Straße in Bad Hersfeld stellt keine Schüler ein. „Wir haben eine Firma, die uns die Regale einräumt“, so eine Mitarbeiterin. Besser sieht es hingegen bei der Continental in Bebra aus. „Wir haben viele Ferienjobber“, erzählt Ottmar Riedl aus der Personalabteilung. Zurzeit seien alle Plätze vergeben. Wenn überhaupt, dann bestünde ab August wieder die Chance auf einen Ferienjob. Da die Schüler in der Produktion und im Schichtbetrieb tätig seien, müssten sie für einen Aushilfsjob mindestens 18 Jahre alt sein. Im Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) und im Kreiskrankenhaus in Rotenburg sind Ferienjobs kaum möglich. „Wir arbeiten in sensiblen Bereichen“, sagt Sassan Pur, Verwaltungsleiter des Kreiskrankenhauses. Bei Ärzten, Therapeuten und Pflegern sei es schwierig, jemanden von außerhalb ins Boot zu holen.

„Der Trend geht weiterhin zum Zweitjob“, sagt André Schönewolf, der Jugend- und Bildungsreferent vom DGB in Kassel. So nähmen die Menschen mit einem Zweitjob den Jugendlichen die Möglichkeit, einen Ferienjob zu machen. Sie hätten den Vorteil, dass ihre Arbeit nicht wie die der Schüler zeitlich befristet ist. Zudem sind Schüler, die nach einer Arbeitsstelle in den Ferien suchen, auf sich allein gestellt, denn auch die Bundesagentur für Arbeit hilft, den Schülern nicht mehr einen Job in den Ferien zu finden.

Zum Tage, Seite 2

Magdalena Dräger

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