Das „Internationale Freundschaftsfest“ wird zum 25. Mal in Bad Hersfeld gefeiert

Feiern mit Freunden

Irene Adolph stöberte in einem dicken Ordner mit Zeitungsausschnitten über das Internationale Freundschaftsfest. An die 25 vergangenen Feste erinnert sie sich gerne. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Das „Internationale Freundschaftsfest“ in Bad Hersfeld findet an diesem Sonntag, 19. September, bereits zum 25. Mal statt. Mit nur zwei Ausnahmen hat es seit 1984 diesen Tag der Begegnung und des Kennenlernens jedes Jahr gegeben – er ist somit schon zur Tradition geworden.

An der Gründung des Festes war maßgeblich Irene Adolph beteiligt. Auch heute noch ist sie mit ihrer tatkräftigen Unterstützung für dessen Erfolg verantwortlich. Sie ist seit 1984 Vorsitzende des Vereins für Internationale Jugendarbeit.

Dieser Verein, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit Werner Schnitzlein als Vorsitzenden, der auch von der ersten Stunde an dabei ist, das IKUZ Bad Hersfeld und die Kirchenvorstände der Auferstehungs- und der Stadtkirchengemeinde sorgen heute für das Zustandekommen des Festes.

Viele Ordner

Irene Adolph hat zu Hause eine Reihe Ordner stehen, die voll von Zeitungsausschnitten aus den vergangenen Jahren sind. Aber auch viele Plakate, Fotos und Programmhefte existieren noch, die Adolphs Freunde aus dem Organisationsteam aufgehoben haben. Somit ist der Fundus für Erinnerungen groß, wenn man bei ihr nachfragt, wie eigentlich alles begann.

Die Idee zu dem Fest hatte das damalige Kirchenvorstandsmitglied der Stadtkirche, Hans Krug. Er hatte eine Türkin geheiratet und teilte mit vielen anderen die Auffassung, „dass es an der Zeit ist, dass sich deutsche und türkische Einwohner begegnen und besser kennen lernen sollen“. Ein Fest mit Musik, Tanz und gutem Essen sollte dafür die Gelegenheit bieten. „Nachbarschaft, die Frieden schafft- miteinander“ hieß das Motto der ersten Veranstaltung, an die sich Adolph noch gut erinnert. Es wurde wegen des schönen Wetters nicht drinnen im Gemeindehaus im Kurpark, sondern auf dessen Parkplatz gefeiert. Ein türkischer Volksliederchor sang so stimmgewaltig, dass die Anwohner die Polizei riefen.

In freundlichem Einvernehmen wurde dann drinnen weiter gefeiert – so wie es in der Ankündigung der Zeitung stand: „ohne Politik, aber mit viel Verständnis füreinander“.

Bis 1991 hieß es „das deutsch-türkische Freundschaftsfest“, dann kamen so viele Nationalitäten hinzu, dass die Bezeichnung „deutsch-ausländisch“ sinnvoller wurde. Seit 2007 lautet die Bezeichnung „international“. Beachtlich ist damals wie heute das umfangreiche Programmangebot. „Es gibt immer sehr viele Interessenten, die bei uns mitmachen wolle. Deshalb dauert die Feier meistens mehrere Stunden“, weiß Adolph zu berichten.

„Was haben wir stets lange Speisen- und Kuchenbüffets“, schwärmt sie. Man habe auch einiges gelernt, verriet sie. Zum Beispiel, dass der Termin immer nach dem Ramadan sein muss. „Sonst kann es passieren, wie es schon einmal vorgekommen ist, dass die muslimischen Frauen zwar kochen, aber dann nicht mehr mitfeiern“.

Für die rüstige 74-Jährige ist ihr Hobby ein Vollzeit-Job. Sie organisiert mit ihrem Verein die Erholungsmaßnahmen und Spendensammlung für Kinder aus Tschernobyl und sie wirkt an der Hausaufgabenbetreuung für ausländische Kinder mit. „Es füllt mich aus“, sagt sie und betont immer wieder, dass sie dies alles nicht allein mache.

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