Landeswohlfahrtsverband fehlen 60 Millionen Euro

Fehr sorgt sich um die Selbstverwaltung

Bad Hersfeld. Dem Landeswohlfahrtverband Hessen fehlen 60 Millionen Euro. Sollten die Landkreise diese Summe aufbringen müssen, dann würde dies alleine für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg eine Mehrbelastung von etwa vier Millionen Euro im kommenden Jahr bedeuten. Statt bisher 15,5 Millionen Euro wären dann 19,4 Millionen Euro fällig, die der Landkreis zu berappen hätte.

„Wenn das kommt, dann bräuchten wir eine Erhöhung der Kreisumlage um fünf Prozent“, schimpfte SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Fehr während der jüngsten Sitzung des Kreistags in der Modellschule am Obersberg. Das wäre das Ende der kommunalen Selbstverwaltung, fügte Fehr, der selbst Bürgermeister in Rotenburg ist, an.

In einer Resolution, die von SPD und Freier Liste unterstützt wurde, fordert der Kreistag den LWV aus, die 60 Millionen Euro als Defizit auszuweisen und die Verbandsumlage bei 951 Millionen Euro zu belassen.

Akt der Hilflosigkeit

Gegen diesen Antrag stimmte der Rest des Parlaments. Für die Grünen hatte Jörg Althoff zuvor erklärt, dass der LWV keine Schulden machen dürfe. Helmut Heiderich (CDU) bezeichnete diese Vorgehensweise als eine Akt der Hilflosigkeit. „Ziehen sie ihren Antrag zurück, er ist vollkommen misslungen“, rief er den Sozialdemokraten zu. (rey)

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