Bad Hersfelder Heimatfest beginnt mit Aufruf zur Versöhnung

Fehlings Lollsrede: Mahnung und Einsicht

Bad Hersfeld. In Bad Hersfeld brennt wieder das Lullusfeuer. Mit dem Fackelwurf von Bürgermeister Thomas Fehling begann gestern Mittag Deutschland ältestes Volksfest – von den Einheimischen „Lolls“ genannt, zu dem bis zum kommenden Montag mehr als 450 000 Besucher erwartet werden.

In der traditionellen Rede des Bürgermeisters rief Thomas Fehling nach den zum Teil heftigen Auseinandersetzungen der vergangenen Monate in der Stadtpolitik zur Versöhnung auf. Dabei übte er Selbstkritik und bekannte auch für seine Person, „dass nicht alles richtig war“.

Als Beispiele für die konflitkreiche Zeit nannte Fehling die Entlassung von Festspielintendant Holk Freytag, den von Protesten begleiteten Bau der Windräder auf dem Wehneberg und das gescheiterte Prokekt des Lullus-Sportparks in der Fuldaaue. „In einer Demokratie muss gestritten werden“, sagte Fehling, „aber bei der Art und Weise sollte es Grenzen geben.“ Am Ende hätte es „keinen Sieger, sondern nur Verlierer“ gegeben, meinte der Bürgermeister und appellierte, „die Gräben zu schließen“.

Außerdem versuchte Fehling mit positiven Schlagzeilen wie der Entwicklung der örtlichen Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen und dem Umbau des Parkhauses am Neumarkt Kontrapunkte zu setzen (die vollständige Rede lesen Sie im Internet-Angebot unserer Zeitung).

Anschließend startete der bunte Festzug unter dem Motto „Lolls – Jeder feiert mit“ mit mehr als 50 Motivwagen und Fußgruppen. Tausende säumten trotz Schauerwetters die Route durch die Innenstadt. Gleichzeitig nahm der Rummel auf dem Marktplatz mit seinen Fahrgeschäften, Schaugeschäften, Los- und Imbissbuden den Betrieb auf.

Nächste Höhepunkte des Festes sind der große Krammarkt am morgigen Mittwoch und das Lolls-Festival mit Kinderprogramm und abendlicher Rockmusik am Donnerstag. Seiten 2 und 3, Zum Tage

Von Karl Schönholtz

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