In der Diskussion um die Sperrzeiten mahnt der Bürgermeister zur Besonnenheit

Fehling: „Am Ziel vorbei“

Draußen sitzen, aber bitte fröhlich sein im Kammerton: Bürgermeister Fehling mahnt in der Diskussion um die Sperrzeiten zur Besonnenheit. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. In der aktuellen Diskussion zu den Sperrzeiten im Außenbereich der Gaststätten in Bad Hersfeld appelliert Bürgermeister Thomas Fehling an die Besonnenheit aller Akteure.

In einer Pressemitteilung stellt Fehling fest, dass mittlerweile Gerüchte über die Namen vermeintlicher Beschwerdeführer kursieren und es inzwischen zu unsachlichen persönlichen Angriffen und Geschäftsschädigungen komme.

Hintergrund sei offenbar, dass die Stadtverwaltung einige Wirte angeschrieben hat, weil diese deutlich nach Eintritt der Sperrzeit im Außenbereich Gäste bewirteten.

Auslöser für die Maßnahme waren laut Fehling mehrere gravierende Verstöße, bei denen gegen 1.30 Uhr und vier Uhr morgens nennenswerte Lärmbelästigungen durch angetrunkene Gäste festgestellt wurden.

„Der Stadtverwaltung liegen zahlreiche Beschwerden gegen mehrere Gaststätten vor,“ stellte der Bürgermeister fest. Die laufende öffentliche Diskussion unter dem Titel „Hersfeld 22“ dramatisiere jedoch die Situation und unterstelle, die Stadt wolle jeden Ausschank nach 22 Uhr grundsätzlich untersagen und drohe mit Bußgeldern.

Über den Rahmen hinaus

Dazu Fehling: „Es haben einzelne Wirte und deren Gäste deutlich über den tolerierbaren Rahmen hinaus gehandelt. Wir mussten zum Schutz der Anwohner aktiv werden. Allerdings scheint die Diskussion völlig überhitzt zu sein und am Ziel vorbei zu gehen.“

Nach Auskunft aus dem Rathaus gehe es den Beschwerdeführern nicht darum, dass um Punkt 22 Uhr absolute Ruhe herrscht, sondern lediglich um eine ausgewogene Handhabung. Es störe sich niemand an Gästen, die im Sommer nach 22 Uhr noch gemütlich ein Bier trinken. Aber Radau von 30 angetrunkenen Jugendlichen morgens um vier Uhr oder lautstarke Diskussionen von Gästen auf den Außenbewirtschaftungsflächen nach Mitternacht seien einfach nicht akzeptabel.

Bürgermeister Fehling hat inzwischen mit einigen Wirten und Beschwerdeführern Gespräche geführt, um die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Die Stadtverwaltung arbeitet bereits an einer Überarbeitung der Sperrzeitenregelung, die den Anwohnerinteressen gerecht werden muss, aber auch den Gastronomen mehr Spielraum lassen soll, wenn es die einzelnen örtlichen Verhältnisse zulassen.

Mit Augenmaß

„Die Stadtverwaltung wird auch weiterhin mit Augenmaß vorgehen. Wichtig ist aber jetzt vor allem, dass sich die Diskussion wieder versachlicht,“ forderte Fehling. Verbale oder sogar körperliche Übergriffe seien definitiv unakzeptabel.

Gegenseitige Rücksichtnahme und das Geschick der Gaststättenbetreiber, durch organisatorische und technische Maßnahmen selbst für Ruhe zu sorgen, sollten seiner Ansicht nach die Konfliktlösungsstrategie sein. (red/ks)

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