Bislang unüberbrückbare Positionen von Stadt und AfM – Land will Kooperation

Fehling will für Oper kämpfen

Bad Hersfeld. „Die Stadt ist sehr daran interessiert, dass es auch zukünftig Opernaufführungen in der Stiftsruine gibt und dass die ehrenamtlichen Chöre eingebunden bleiben“, erklärte Bürgermeister Thomas Fehling zum Stand der Verhandlungen über eine künftige Kooperation von Festspielen und Oper.

Er habe aktuell aber „keine Idee, wie die Vorstellungen von Land und Kreisstadt mit den übergroßen Forderungen des AfM (Arbeitskreis für Musik) zu vereinbaren sind“, so Fehling nach der jüngsten Gesprächsrunde, bei der der künstlerische Leiter der Oper, Professor Siegfried Heinrich, anstelle der zurückgetretenen Vorstandsmitglieder des AfM das Wort führte.

Die Position des Landes ist mittlerweile deutlich. Mark Kohlbecher, Pressesprecher des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, erklärte gestern auf Anfrage unserer Zeitung: „Nach eingehender Prüfung sind die Fachleute zum Ergebnis gelangt, dass eine Fortsetzung von Opernaufführungen und Festspielkonzerten nur erfolgreich gelingen kann, wenn die Festspiele und die Opernaufführungen eng sowohl im künstlerischen als auch im technisch/administrativen Bereich kooperieren und ein gemeinsames überregionales Marketing betreiben.“

Und zur Federführung meint das Ministerium: „Eine gemeinsame künstlerische Leitung bei Erhaltung einer fachlichen Eigenständigkeit der Sparte Oper nach dem Modell eines Mehrspartentheaters erscheint hierbei als denkbare und sinnvolle Variante.“

Bürgermeister Fehling befürchtet nun, dass es aufgrund des Neustarts der Verhandlungen und der fehlenden Kompromissbereitschaft auf Seiten des AfM 2016 keine Oper geben wird. Fehling machte jedoch deutlich, dass er trotzdem weiter für eine gemeinsame Lösung kämpfen werde.

Allerdings ist der Stadt inzwischen die Zeit davongelaufen. „Wir wollen in den kommenden vier Wochen den Spielplan für die Festspielsaison 2016 bekanntgeben“, sagt Fehling. Eine neue Vereinbarung mit dem AfM könnte die Stadtverordnetenversammlung jedoch frühestens in ihrer Sitzung am 24. September beschließen.

Siegfried Heinrich war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Karl Schönholtz

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