Stellungnahme von SPD, Grünen und FWG zu den Bad Hersfelder Festspielen

Fehling inszeniert Machtkampf

Bad Hersfeld. „Einigermaßen verwundert“ zeigt sich die Fraktion von SPD, Grünen und FWG in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung über den Vorstoß von Bürgermeister Thomas Fehling zum Umbau der Leitung der Festspiele. Das Vorgehen, sich selbst als gleichberechtigten Geschäftsführer einzusetzen und dies als Verwaltungsmodernisierung zu verkaufen, erscheint der Fraktion laut einer Pressemitteilung wenig zielführend. „Zurück bleiben ein öffentlich demontierter Verwaltungsbeamter und eine demotivierte Stadtverwaltung“, heißt es in der Stellungnahme.

Ein Erreichen der Haushaltsvorgaben für Bad Hersfelds kulturelles Markenzeichen kann nach Auffassung der Fraktion nur mit Holk Freytag als Intendant und einer gut aufgestellten Festspielverwaltung gelingen.

„Maßgebend für jegliche Veränderung von Abläufen ist der zwischen dem Bürgermeister und dem Intendanten für weitere zwei Jahre abgeschlossene Intendantenvertrag. Es erscheint fraglich, ob die angekündigte Neustrukturierung dem Buchstaben und Geist des Vertrages entspricht“, so der Fraktionsvorsitzende Bernd Wennemuth.

Das vorgesehene Duo in der Leitung der Hersfelder Festspiele führe aller Wahrscheinlichkeit nach zu Verzögerungen bei Entscheidungsabläufen und zur Verlagerung von Verantwortlichkeiten und letztlich werde der Machtkampf zwischen Intendant und Bürgermeister als Dauervorstellung inszeniert, mutmaßt die Fraktion.

Theater wird gefährdet

Wie bei diesem Szenario im September 2013 der neue Spielplan für 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann, ist Wennemuth & Co. laut ihren Schreiben völlig rätselhaft.

„Mit dem Konstrukt des gleichberechtigten kaufmännischen Geschäftsführers für die Festspiele gefährdet Bürgermeister Fehling das Theater in der Stiftsruine und trifft sie in ihrem Kern, nämlich dem hohen Anspruch und dem großartigen künstlerischen Niveau“, betont der städtische Kulturpolitiker Dr. Thomas Handke.

Sollten die Festspiele weiter Schaden nehmen, so die Kommunalpolitiker, stehe mit dem Bürgermeister in Zukunft ein Verantwortlicher fest. Fehling müsse wissen, dass er hier mit einem Juwel der Kreisstadt Bad Hersfeld hantiert, so der Vorstand der Fraktion. (red/ks)

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