26-jähriger Rotenburger zu Geldstrafe verurteilt

Faustschläge nach Verwechslung

Bad Hersfeld. Was der Angeklagte mit einem gewissen Rudi anstellen wollte, das kam gestern vor dem Strafrichter im Bad Hersfeld Amtsgericht nicht zur Sprache. Was der 26 Jahre alte Anlagenmechaniker aus Rotenburg jedoch einem 21-jährigen Azubi antat, war schon schlimm genug: Nach einer Vielzahl von Faustschlägen hatte der Verprügelte zwei abgebrochene Zähne, eine Gehirnerschütterung, eine aufgeplatzte Lippe, Schürfwunden und Prellungen.

Anlass für den Vorfall, der sich in der Nacht zum 19. Dezember 2010 auf offener Straße in der Nähe einer Rotenburger Disco ereignete, war wohl zunächst eine Verwechslung. Mit den Worten „Sei froh, dass du nicht der Rudi bist“ hatte der 26-Jährige dem mit seiner Freundin Richtung Markt gehenden Azubi den Weg verstellt und nach kurzem Hin- und Hergeschubse seinen Missmut über Rudi an dem ihm nicht bekannten Lehrling ausgelassen.

Während die Freundin des Azubi Hilfe suchend fortrannte und per Handy die Polizei informierte, unterbanden zwei Passanten weitere Schläge gegen den längst am Boden liegenden 21-Jährigen.

Der Angeklagte, der die Attacke nicht bestritt, führte an, er habe dem Azubi mehrfach die Gelegenheit zur Flucht angeboten. „Kannst noch wegrennen, kleines Baby“, habe sein Peiniger gesagt, bestätigte auch der Verprügelte und fügte tapfer hinzu: „Das habe ich natürlich nicht gemacht.“

Weil der mehrfach, aber nicht einschlägig vorbelastete Anlagenmechaniker zur Tatzeit angetrunken war und im Zivilverfahren bereits 1400 Euro Schmerzensgeld berappt hatte, fiel die Strafe mit 90 Tagessätzen zu je 40 Euro nicht allzu hoch aus. Richter Dr. Rolf Schwarz betonte jedoch in der Urteilsbegründung, dass der Angeklagte die Auseinandersetzung ohne jeglichen Grund gesucht habe. (ks)

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