Die Künstler Martin Schaub und Hans Schmidt stellen im Museum zum Stift aus

Faust und die Dritte Welt

Martin Schaubs „Tausenfüßler“ symbolisiert das Fortschreiten der Zeit und Menschen verschiedener Zeiten, vom Feldmarschall bis zum Punk, die sich dem Fortschritt fügen müssen. Foto: Stöcker

Bad Hersfeld. Die hessischen Künstler Martin Schaub und Hans Schmidt bereichern ab Samstag und Sonntag mit zwei Ausstellungen das Museum im Stift. Vor allem Schmidts Ausstellung „Pfiffige Einfälle aus Abfällen – Not macht erfinderisch – Müllrecycling in der Dritten Welt“ soll laut Reinhold Schott vom Fachbereich Kultur, Sport und Soziales der Stadt Familien und junge Menschen in das Museum locken.

Die Ausstellung, unterstützt von der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg und der Entwicklungshilfe, zeigt im Dachgeschoss des Museums Lehrmittel und Alltagsgegenstände, die von Menschen in Entwicklungsländern aus Dingen gefertigt wurden, die für uns Müll sind. Robuste Rucksäcke aus alten Reifen, deren Gummi sich ähnlich wie Leder verarbeiten lässt, oder Spielzeugautos aus alten Blechdosen sind ebenso vertreten wie Lehrmittel in Form von Modellen aus Kronkorken für den Chemieunterricht.

Schmidt, der früher einmal Lehrer für naturwissenschaftliche Fächer war, war zudem in mehr als 20 Entwicklungsländern im Lehrbetrieb tätig und beschäftigte sich mit den lokalspezifischen Problemen naturwissenschaftlichen Unterrichts. Mit einheimischen Kollegen entwickelte er Lehrmittel aus einfachsten, aber im Land verfügbaren Mitteln. Schmidt selbst beschreibt seine Exponate als „Objekte der Armut, aber Objekte des kreativen Reichtums“. Das Hauptanliegen der Ausstellung sei es, negative Vorurteile über die sogenannte Dritte Welt nicht zu verfestigen sondern verborgende kreative Entwicklungspotentiale aufzuzeigen.

Im Erdgeschoss befindet sich die Ausstellung Martin Schaubs, der Holzskulpturen fertigt. Seine Werke entstehen, so der Künstler, häufig basierend auf Gelegenheiten. Zufällig entstand auch seine „Klangskulptur“, über die ein Draht gespannt ist, der, bringt man ihn zum Schwingen, wie die Saite eines Musikinstrumentes klingt. Diesen Klangkörper, denn die Skulptur stellt tatsächlich einen menschlichen Körper dar, wird Schaub zur Ausstellungseröffnung spielen.

Viele Werke Schaubs beschäftigen sich zudem mit Goethes Faust. Sein großes Interesse an dieser Thematik führt er zurück auf seine Frankfurter Herkunft. Er beschreibt seine Begeisterung für Faust als „eine Mischung aus Sympathie für den Gelehrten und Bewunderung für einen Mann der etwas ganz anderes versucht.“ Auch der Faust-Pudel, lange Zeit in vielfacher Ausfertigung in Bad Hersfeld anzutreffen, hat in Schaubs Ausstellung ein hölzernes Ebenbild.

Pfiffige Einfälle für Abfälle“ wird am Samstag, 16. Februar, um 15.30 Uhr eröffnet und Martin Schaubs „Faust und Anderes“ am Sonntag, 17. Februar um 11.30 Uhr.

Von Sabrina Ilona Teufel

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