Jean Pütz war zu Gast beim Tag der offenen Tür an der Gesamtschule Geistal

Faszinierende Einblicke

Dass Technik Spaß machen kann, wurde beim Tag der offenen Tür an der Gesamtschule Geistal schnell klar (Bild oben). Als „Stargast“ war Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator Jean Pütz zu Gast, der sich zum Gesamtschulkonzept bekannte (rechts). Fotos: Landsiedel

Bad Hersfeld. Mit einem Vortrag des bekannten Wissenschaftsjournalisten und Fernsehmoderators Jean Pütz begann am Samstag der Tag der offenen Tür an der Gesamtschule Geistal. Schulleiterin Andrea Zimmermann freute sich über die zahlreich erschienenen Gäste. Nach einer kurzen Vorstellung der „Kinderuni“ oder der „Schule für Hochbegabte“ leitete sie direkt zu dem mit Spannung erwarteten Vortrag von Jean Pütz über.

Deutschland brauche dringend Naturwissenschaftler und Ingenieure. Dem seit Jahren nachlassenden Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften müsse deshalb unbedingt begegnet werden. Es sei enorm wichtig, die Schüler wieder für die naturwissenschaftlichen Fächer zu interessieren und zu begeistern. Dieses Credo stellte Jean Pütz an den Anfang seines gut einstündigen Streifzuges durch Naturwissenschaft und Technik. Zuvor hatte er sich ganz klar zum System Gesamtschule bekannt: „Ich bin allein deshalb hierher gekommen, weil es sich um eine Gesamtschule handelt, und ich absolut davon überzeugt bin, dass dies die beste Schulform ist“.

Auf dieses klare Bekenntnis folgte ein faszinierender Einblick in die Welt der Naturwissenschaften. Eindrucksvolle Experimente gepaart mit einfachen, verständlichen Erklärungen und rheinischem Wortwitz zeigten, dass Physik und Chemie eigentlich für jedermann erfahrbar gemacht werden können. Ein Mohrenkopf zerplatzte in einer Unterdruckkammer, Schweineblut wurde mit Wasserstoffperoxyd in täuschend echt aussehendes Softeis verwandelt, der „Gabeltrick“ von Uri Geller wurde erklärt und als Jean Pütz mit speziellen Salzen lodernde Flammen erzeugte, kam sogar etwas „Feuerzangenbowle“-Stimmung auf.

Immer wieder gelang es ihm dabei, auch Zusammenhänge zum Bereich Politik und Gesellschaft herzustellen. Als das Publikum, nach dem zu erwartenden Ergebnis eines Experiments befragt, fast ausnahmslos daneben lag, kommentierte Pütz dies augenzwinkernd: „Das war jetzt eine basisdemokratische Entscheidung, aber Demokratie braucht manchmal eben auch etwas Sachverstand.“

Anschließend hatten die Gäste ausgiebig Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dass es der Geistalschule durch ein breitgefächertes Angebot bereits gelungen ist, die Schüler für die naturwissenschaftlichen Fächer nicht nur zu interessieren, sondern auch zu begeistern. In der „Lego-AG“ etwa bauen und programmieren die Schüler Lego-Roboter für anspruchsvolle Aufgaben. In diesem Frühjahr steht die Teilnahme an der World-Robot-Olympiade auf dem Programm. Möglich wurde dies durch die Unterstützung des Fördervereins, erläuterte Lehrer Hans-Georg Groß.

Von Thomas Landsiedel

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