Schulessen muss wieder bezahlt werden - Auflagen vom Regierungspräsidenten

Fastfood und belegte Brote

Friedhelm Großkurth

Hersfeld-Rotenburg. In der Gesamtschule Niederaula essen täglich 80 bis 90 Schüler für 2,80 Euro, an Spitzentagen bis zu 130 Schüler, erklärte der Leiter, Lutz Seibel. Die Zahl ist unverändert, da man hier das kostenlose Mittagessen noch nicht eingeführt hatte. Wer das Geld nicht hat, kann für einen Euro essen.

Ein Riesenaufwand

An der Blumensteinschule in Obersuhl, wo das Essen für die Kinder bis Weihnachten kostenfrei war, ist die Zahl der ausgegebenen Essen stark gesunken: von 280 auf jetzt maximal 80, erklärte Leiterin Doritha Grüneberg. Das Essen kommt vom DRK und kostet drei Euro. Jetzt müsse das Geld wieder von der Essenskoordinatorin eingesammelt werden. Das sei „ein Riesenaufwand“, sagt Grüneberg. Man plane daher, auf das Geldkartensystem umzustellen, das in Rotenburg an der JGS verwendet wird. Das Essen habe an der Schule eine große Bedeutung, da man 80 Prozent Fahrschüler habe, mit teils einer Stunde Anfahrt. Mit dem Essen stehe und falle die Attraktivität der Ganztagsangebote, sagte Grüneberg. Wie viele ihrer Kollegen hat sie beobachtet, dass der Antrag auf Unterstützung durch die Karl Kübel Stiftung die Eltern Überwindung kostet. Es gehört zum Konzept der Schule, dass alle Fünftklässler einmal pro Woche gemeinsam essen. Man werde dieses Angebot jetzt eventuell mit dem Förderverein weiterführen.

Hoffen auf neue Mensa

An der Gesamtschule Obersberg gab es bisher wegen fehlender Räumlichkeiten kein kostenloses Mittagessen. „Wir waren im Aufbau“, sagt Schulleiterin Sabine Rimbach. Von 835 Schülern essen zurzeit etwa 30 Kinder für drei Euro pro Mahlzeit. Rimbach erklärte, bis Ende 2011 solle es für den ganzen Obersberg-Schulkomplex eine Mensa/Cafeteria in Verbindung mit einer Aula geben. „Wir hoffen, dass dann mehr Kinder essen werden und dass es selbstverständlich wird“, meinte die Schulleiterin. Dafür gibt es zurzeit ein kostenloses Frühstücksangebot, das von Heringer Firmen gesponsert und von bis zu 30 Kindern angenommen werde.

Wichtig fürs Lernen

Auf die Bedeutung gesunder Ernährung wies unter anderem der Leiter der August-Wilhelm-Mende-Schule in Bebra, Reinhold Track, hin. Seine Schule ist Modellschule für gesunde Ernährung. Die Schüler seien sehr lange in der Schule und befänden sich im Wachstum. Die Ernährung spiele eine große Rolle für das Lernvermögen. Man werde versuchen, alle Eltern zu überzeugen, dass die Kinder am Essen teilnehmen.

An der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg hofft deren Leiter Friedhelm Großkurth, dass sich die Lage wieder stabilisiert. Ziel sei es, wenigstens 100 bis 150 Essen an beiden Standorten auszugeben, von vorher 300. Das ist auch wichtig, um vorhandene Strukturen nicht wieder zu gefährden. Denn viele Schüler packen nun am Mittag wieder ihre Tupperdosen aus oder holen sich Döner und Pizza im Imbiss, Kuchen oder Brötchen im Supermarkt. Aber: „Wir haben die Hoffnung, dass es sich wieder stabilisiert“, sagte Großkurth. (ank) Fotos: Archiv

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