Arbeitslosigkeit steigt nur unter Ausländern

Fast alle profitieren von der Konjunktur

Waldemar Dombrowski

Hersfeld-Rotenburg. Ob jung, ob alt, ob neuerlich arbeitslos oder schon lange ohne Anstellung – vom Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt profitieren im Kreis Hersfeld-Rotenburg alle Gruppen. Das erklärte der Chef der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, Waldemar Dombrowski.

Er führt insbesondere die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren an, deren Zahl mit 288 fast ein Viertel unter dem Vorjahreswert liegt. Im Juni 2013 waren in dieser Altersgruppe noch 376 Menschen ohne Arbeit. Auch die Zahl der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre ist binnen Jahresfrist um drei Prozent gesunken. Dennoch ist jeder dritte Arbeitslose 50 Jahre oder älter, sagt Dombrowski.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Von der Entwicklung am Arbeitsmarkt können Ausländer bislang nicht profitieren. Im Gegenteil: In dieser Gruppe ist die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um elf Prozent gestiegen. „Hier dürften fehlende berufliche Qualifikation und mitunter nicht ausreichende Sprachkenntnisse eine Rolle spielen“, sagt Dombrowski.

Er sieht auch eine Verbindung zu der aktuellen Lage in der Logistikbranche und bei Zeitarbeitsfirmen. Der dortige Stellenrückgang mache sich im Anstieg der Erwerbslosigkeit bei Menschen ohne deutschen Pass bemerkbar.

Weniger freie Stellen

Auch an anderer Stellen ist die Lage am Arbeitsmarkt nicht so positiv, wie die niedrige Arbeitslosenquote vermuten lässt. Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur hat im Juni 244 Stellen akquiriert. Das sind 29 weniger als noch im Mai und sogar 75 weniger als im Vorjahresmonat. Aktuell gibt es im Landkreis 559 freie Stellen.

„In vielen Berufen besteht ein Bedarf an Fachkräften, der durch die am Arbeitsmarkt verfügbaren Arbeitskräfte nicht ausreichend zu decken ist“, sagt Dombrowski. Gesucht seien derzeit vor allem Fachkräfte im Baugewerbe, im Einzelhandel, im Pflegesektor im Gastgewerbe und in der Zeitarbeit. (mcj) Archivfoto: Maaz

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