Telefonaktion von Finanzamt und HZ informierte Rentner über ihre Steuerpflicht

Fast alle bleiben steuerfrei

Bad Hersfeld. Die Hammerfrage kam zum Schluss. Ein Anrufer der Telefonaktion unserer Zeitung mit dem Finanzamt zum Thema Rentenbesteuerung wollte wissen, wie es denn mit seiner Rente aus der Schweiz stünde, erzählt Frank Drill, der Leiter des Finanzamtes Hersfeld-Rotenburg.

In der Schweiz gibt es aber verschiedene Renten und außerdem hat Deutschland mit jedem Land ein individuelles Abkommen über die Frage der gegenseitigen Besteuerung. Diesem Anrufer konnten selbst die Fachleute am Telefon nicht sofort Auskunft geben, sondern mussten ihn vertrösten, bis sie sich selbst kundig gemacht hatten.

„In den meisten Fällen konnten wir aber Entwarnung geben“, freut sich Drill über viele erleichterte und zufriedene Anrufer. Ihre Rente liegt unterhalb der Grenze, ab der Steuern bezahlt werden müssen.

85 Leserinnen und Leser nutzten das Angebot von Hersfelder Zeitung und HNA Rotenburg, am Telefon von Finanzfachleuten schnell und unkompliziert Antwort auf ihre Fragen zu erhalten, berichtet Drill. Die meisten wollten wissen, ob ihre Renten überhaupt steuerpflichtig sind und ob sie künftig eine Steuererklärung abgeben müssen. Viele Rentner fragten auch nach der Gültigkeit ihrer Nichtveranlagungsbescheinigung. Die benötigen sie für die Bank, um nicht Abgeltungssteuer auf ihre Zinsen bezahlen zu müssen. Sie erhielten von Heidrun Brenner, Cornelia Löw, Olaf Gleim und Timo Heusner vom Finanzamt Hersfeld-Rotenburg den Rat, bei Ablauf der Bescheinigung beim Finanzamt eine neue zu beantragen.

Versicherung lief lang genug

Eine Anruferin, so berichtet Frank Drill, wollte wissen, ob sie nun nach Auszahlung einer Lebensversicherung Steuern auf ihre bisher nicht steuerpflichtige Renten entrichten müsse. Auch hier konnten die Beamten eine beruhigende Antwort geben: Die Versicherung wird steuerfrei ausgezahlt, weil sie länger als zwölf Jahre lief.

Ebenfalls nicht steuerpflichtig waren einige Anrufer mit mehreren Renten. Das betrifft vor allem Bahner, die zunächst in einem Angestelltenverhältnis für die Bundesbahn tätig waren und später verbeamtet wurden. Sie haben oft noch eine Zusatzversorgung der Versorgungskasse Bund Länder (VBL). Da die VBL-Rente jedoch mit einem geringeren Ertragsanteil versteuert wird, konnten die Fachleute am Telefon auch hier Entwarnung geben.

Andere Anrufer fragten nach, weil der Ehepartner noch arbeitet – ein typischer Fall, in dem Steuer anfallen kann, vor allem dann, wenn noch Lohnsteuer abgezogen wird. „Hier gilt, wenn der Partner viel verdient, steigt auch der Steuersatz für den Rentner“, erklärt Drill. Das gelte auch für die Eheleute, bei denen eine Rente mit einer steuerpflichtigen Pension zusammen kommt.

Von Christine Zacharias

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