Fan-Clubs, Bus-Touristen und eine lange Leitung

Karl Schönholtz

Das Interesse war groß, als sich in dieser Woche die vier Kandidaten und eine Kandidatin für das Amt des Landrats zum ersten Diskussionsforum unserer Zeitung im neuen Bebraer Einkaufszentrum trafen. Meine Kollegen vor Ort waren dabei nicht nur auf die Antworten vom Podium gespannt, sondern auch darauf, wie die Unterstützung im Publikum ausfallen würde.

Denn es ist ja klar, dass Parteifreunde, politische Wegbegleiter und Familienangehörige bei solchen Terminen Flagge zeigen. Da ist es dann auch höchst interessant zu beobachten, welcher Bewerber in den eigenen Reihen welchen Stellenwert genießt – etwa ablesbar an der Prominenz in den jeweiligen „Fan-Clubs“. Auch beim zweiten Forum, das am 10. März ab 19.30 in der City Galerie in Bad Hersfeld stattfindet, werden wir wieder genau hingucken, wer in diesem Bereich punktet.

Punkten wollen auch die Bad Hersfelder Festspiele in der kommenden Woche auf der Tourismusmesse ITB in Berlin. Dabei wird nicht nur Intendant Dieter Wedel die Werbetrommel für besondere Theatererlebnisse in der unvergleichlichen Stiftsruine rühren, sondern es werden im Hintergrund auch ganz ernsthafte Gespräche geführt. Stefan Pruschwitz, kaufmännischer Leiter der Festspiele, wird sich nämlich mit den Veranstaltern von Busreisen treffen, damit diese Bad Hersfeld wieder verstärkt in ihre Programm aufnehmen. Hier haben Wedel & Co. offenbar Nachholbedarf ausgemacht.

Gerüchte kursieren momentan über die neue Flüchtlingsunterkunft in Bad Hersfeld. Angeblich soll die Versorgung des Heims für knapp 100 Asylbewerber mit Wasser und Strom nicht gesichert sein, hört man. Es heißt, die benachbarte Firma Performance Fibers wolle die Unterkunft nicht über sein Netz mit versorgen. Eine offizielle Auskunft gibt es auf Nachfrage nicht, die versprochenen Rückrufe der verantwortlichen Personen blieben aus.

Nach unseren Recherchen ist allerdings nicht Performance Fibers, sondern eine weitere Firma mit Sitz im Ausland Besitzer des Geländes. Dort sorge man sich, dass es möglicherweise aus Produktionsgründen nötig werden könnte, die Versorgungsleitungen zeitweise zu kappen, so dass die Flüchtlinge dann ohne Strom und Wasser dastünden. Das geht natürlich nicht.

Deshalb sei nun geplant, die notwendigen Zuleitungen nicht über das Werksgelände, sondern darum herum zu legen. Wie das genau gehen soll, weiß man noch nicht. Wir bleiben für Sie dran.

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