Falschmeldung, Festspiele und Feuerwehr

Karl Schönholtz

Die Bad Hersfelder Festspiele 2015 haben noch nicht begonnen, da geistern schon die ersten Meldungen über die folgende Spielzeit durch die Gazetten: Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ habe Intendant Dieter Wedel angekündigt und sie für die Hauptrolle in Betracht gezogen, wusste Judy Winter beim Gespräch mit unserer Zeitung in Berlin (siehe HZ vom Mittwoch).

Diese Nachricht hatte die Schauspielerin allerdings genauso überrascht wie den Besucher aus Bad Hersfeld, also wurde der Ursprung der Meldung flugs auf dem Handy gegoogelt. Und siehe da: Die „Oberhessische Zeitung“ verkündete Dieter Wedels Spielplan-Pläne, die sogar Gastspiele im Lauterbacher Stadttheater beinhalteten, damit den Vogelsberger Festspielfreunden künftig die weite Anreise nach Bad Hersfeld erspart bleibt. Das war im Paket dann doch zu starker Tobak, und der Blick aufs Erscheinungsdatum des Artikels – der 1. April – sorgte endgültig für Entwarnung. Und Judy Winter war ganz erleichtert, dass sie nicht verplant worden war, ohne vorher gefragt zu werden.

Eine spannende Woche steht den Festspielen dennoch bevor: Die zusätzlichen 300 000 Euro, die Dieter Wedel für die technische Aufrüstung des Theaterbetriebs benötigt, werden am Montag im Magistrat und am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss Thema sein. Wird aus der nicht öffentlichen Magistratssitzung lediglich ein Ergebnis verkündet werden, so dürfte im Ausschuss vor Publikum deutlich werden, wie sich die Stadtpolitiker in diesem Punkt positionieren.

Zumal pikanterweise auch die Jahresrechnung der Festspiele 2014 – noch von Wedels Vorgänger Holk Freytag verantwortet – auf der Tagesordnung steht. Wie dem auch sei: Entschieden wird über die zusätzliche Finanzspritze erst eine Woche darauf, wenn die Stadtverordnetenversammlung tagt.

Mit der Nachfolger-Findung für ihre zurückgetretenen Führungskräfte tut sich die Bad Hersfelder Feuerwehr ein bisschen schwer. Das heißt aber nicht, dass bei den heimischen Brandschützern derzeit nichts mehr geht – ganz im Gegenteil.

Mit drei Kleinbussen sind Betreuer der Jugendfeuerwehr am Ostermontag nach Paris gefahren, um dem Nachwuchs sechs Tage lang ein tolles Ferienprogramm anzubieten – und das für wenig Geld. Heute Abend wird die Gruppe, die auch die Partnerwehr in L’Hay-les-Roses besuchte, zurück erwartet. Und sicher haben die jungen Feuerwehrleute jede Menge tolle Erlebnisse mit im Gepäck.

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