Strafprozess um Verkehrsunfall zwischen Blankenheim und Mecklar

Fahrfehler mit tödlichen Folgen: Geldstrafe

Bad Hersfeld. Tödliche Folgen hatte der Fahrfehler eines 65 Jahre alten Lkw-Fahrers aus Bad Hersfeld, der am 16. September vergangenen Jahres gegen 17.40 Uhr auf der Bundesstraße 27 zwischen Blankenheim und Mecklar in einer Rechtskurve über die durchgezogene Mittellinie auf die Gegenfahrbahn geraten war: Dort stieß sein „Sprinter“-Kleinlaster frontal mit dem Ford Focus einer 31-jährigen Frau aus Melsungen zusammen.

Die Mutter eines fünfjährigen Sohnes wurde dabei so schwer verletzt, dass sie noch am Abend im Klinikum Kassel verstarb.Den Unfallfahrer verurteilte der Einzelrichter am Bad Hersfelder Amtsgericht gestern wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 40 Euro.

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Warum der Angeklagte, der sich nach Auslieferungen für einen Elektrohandel auf dem Heimweg befand, seine Fahrbahn verlassen hatte, das war im Nachhinein nicht mehr aufzuklären. Der Hersfelder selbst konnte sich nicht mehr erinnern, und ein sachverständiger Gutachter hatte lediglich feststellen können, dass die Geschwindigkeit des „Sprinters“ mit 84 km/h nicht außergewöhnlich hoch war.Der 65-Jährige hatte bei dem Zusammenstoß ebenfalls erhebliche Verletzungen erlitten. Mit Gehirnerschütterung, Rippenbrüchen und Prellungen hatte er zwei Wochen im Hersfelder Klinikum gelegen.

Richter Elmar Schnelle bezeichnete den Fahrfehler des Rentners als besonders gravierend, weil der Hersfelder ortskundig gewesen sei.

Mit Blick auf den Angeklagten wie auf die trauernde Verwandtschaft der Getöteten auf den Zuschauerplätzen sagte Schnelle unter Hinweis auf die eingeschränkten Möglichkeiten eines Strafprozesses: „Keiner kann Ihnen die Schuld und den Hinterbliebenen den Schmerz nehmen.“

Das Urteil wurde mit dem Einverständnis aller Beteiligten sofort rechtskräftig.

Zum Tage

Von Karl Schönholtz

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