220 Fälle von sexuellem Missbrauch

Stiefvater soll sich an Mädchen vergangen haben

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Bad Hersfeld/Fulda Weil er seine Stieftochter sieben Jahren lang sexuell missbraucht haben soll, steht ein 44-Jähriger seit Donnerstag vor Gericht. Der Angeklagte räumt die Taten weitgehend ein.

220 Mal soll der Handwerker seine heute 27 Jahre alte Stieftochter missbraucht haben – immer dann, wenn die Mutter des Kindes nicht zuhause war. Das Mädchen war zur Tatzeit acht bis 16 Jahre alt. Tatort war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Fulda die Wohnung der Familie in Bad Hersfeld und Friedewald. „Er lebte mit seinen beiden Stieftöchtern und deren Mutter, die er geheiratet hatte, wie ein Vater zusammen“, erklärte Staatsanwältin Christina Dern in ihrer Anklage.

Nach Überzeugung der Anklage suchte der Stiefvater sein Opfer in der Regel zweimal im Monat am Wochenende auf. Er schlich sich zu dem Mädchen ins Kinderzimmer, in der Regel nur mit einem Bademantel bekleidet, unter dem er nackt war. Das Mädchen lag in seinem Bett. Er zog es aus und streichelte es an intimen Stellen, während er sich selbst befriedigte. Als das Mädchen elf Jahre alt war, drang er zudem mit seinem Finger in sie ein.

Einmal soll es sogar in der Wohnung der Oma und einmal im Auto zu einem Übergriff gekommen sein. In einem Fall kam er in der Wohnung der Familie ins Badezimmer, während das Mädchen unter der Dusche stand, um es mit der Digitalkamera nackt zu fotografieren. Als sie sich abwandte, soll er sie geschlagen haben. Der Mann ist auch angeklagt, kinderpornografische Bilder auf seinen Computer geladen zu haben.

Die Zweite Strafkammer unter Vorsitz von Dr. Harald Winkler erklärte, dass ein Teil der angeklagten Taten bereits verjährt sein dürfte - nämlich die Übergriffe, die geschehen sein sollen, als das Mädchen bereits Jugendliche war. Eine Zahl mehr als 120 Taten wird jedoch weiter angeklagt bleiben. Das Gericht hat sechs weitere Verhandlungstage bis Ende Mai terminiert.

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