Bauprojekt der „Zuse-Höfe“ in Bad Hersfeld muss sich mit dem Denkmalschutz arrangieren

Der Fachwerkbau bleibt

Zuse-Höfe: So könnte die neue Wohnanlage aus Blickrichtung Knottengasse aussehen. Zeichnung: Büro Dorbritz

Bad Hersfeld. Mit den „Zuse-Höfen“ steht in Bad Hersfeld das nächste große Bauprojekt einer Wohnanlage in den Startlöchern. Bauherr für das Vorhaben, das im kommenden Jahr im Bereich Knottengasse/Wehneberger Straße entstehen soll, ist die isb GmbH, die zuletzt die Stadtvillen am Schilde-Park verwirklicht hat.

Die „Zuse-Höfe“ stellen jedoch eine ganz andere Herausforderung dar. Zum einen, weil auf dem großen Grundstück nach den Plänen des Architekturbüros Dorbritz etwa 60 Wohneinheiten in mehreren Häusern entstehen sollen, dazu Raum für eine Arztpraxis, Friseurladen und Wellnessbereich. Zum anderen, weil das Areal noch dicht bebaut ist und der Denkmalschutz berücksichtigt werden muss.

Bei den vorhandenen Gebäuden handelt es sich nämlich um die seit 1860 bestehende ehemalige Tuchfabrik Rehn und um den ersten Firmensitz von Computer-Vater Konrad Zuse in Bad Hersfeld. Der vordere Teil des Fachwerkbaus soll deshalb erhalten bleiben und in den Neubau integriert werden.

Auch der Rest der Anlage mit mehreren Hallen und dem prominenten Schornstein ist im Grunde erhaltenswert, nach Jahren des Leerstandes jedoch in einem so schlechten Zustand, dass abgerissen werden darf.

Das hatten bereits die Noch-Eigentümer des Areals, eine Erbengemeinschaft, erwirkt, die sich schon seit langer Zeit um eine Neu-Nutzung bemüht hatten. So war die Immobilie zeitweise als Kinder-Disco im Gespräch, später auch als Standort für einen Einkaufsmarkt. Die Lage nahe der Kreuzung mit dem Stadtring und die problematische Zufahrt über die Knottengasse hatten sich jedoch verkehrstechnisch seitens der Bauverwaltung als unüberwindliche Hürden erwiesen.

Ein Bauantrag für die „Zuse-Höfe“ ist zwar noch nicht gestellt, doch planungsrechtlich steht dem Projekt nichts im Wege. isb-Chef Ingo Sauer ist zuversichtlich, hier ein Angebot zu schaffen, das für alle Generationen attraktiv ist.

Kontakt: Telefon 06621/4092426

Von Karl Schönholtz

Kommentare