"Experiment hat funktioniert" - Drei Fragen an Verdi-Dirigent Ulrich Metzger

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Ulrich Metzger

Bad Hersfeld. Zwei Aufführungen, zweimal minutenlanger Applaus. Die Zuschauer in der Stiftsruine in Bad Hersfeld zollten Chören und Orchester bei Verdis Requiem viel Anerkennung. Viel Zustimmung gab es auch für den Schauspieler Ben Becker, der die begleitenden Texte las. Wir haben mit dem künstlerischen Leiter und Dirigenten Ulrich Metzger über die Aufführungen gesprochen.

Herr Metzger, wie hat das Zusammenspiel von Verdis Requiem und den von Ben Becker gelesenen Begleittexten aus Ihrer Sicht funktioniert? 

Es war ein Experiment, das sehr gut funktioniert, weil es alle Beteiligten mitgetragen haben. In der Partitur des Requiems ist kein Sprecher vorgesehen. Deswegen war es wichtig, dass ich als Musiker in die Auswahl der Texte mit einbezogen wurde, um sanfte und inhaltlich stimmige Übergänge zur Musik zu gewährleisten. Mit Ben Becker ergab sich eine wunderbare und griffige künstlerische Zusammenarbeit, immer im Hintergrund unterstützt von Joern Hinkel und Dieter Wedel.

Ein großer Chor, vier Solisten und das Orchester. Wo lag für Sie im Vorfeld die größte Herausforderung?

So groß war die Herausforderung gar nicht. Natürlich wäre es bequemer, wenn immer alle gemeinsam proben würden - aber wir wollen ja auch durch die Chorstandorte eine Werbewirkung in mehreren hessischen Regionen erzielen. Entscheidend war, dass die musikalische Leitung von Proben und Aufführungen in einer Hand lag. Hier in Bad Hersfeld haben wir bei einem Probentag in der Modellschule Obersberg zunächst die Choristen und an weiteren Tagen dann alle Beteiligten zusammengeführt.

Mussten die Sänger in der Ruine technisch verstärkt werden? 

Nein, auf keinen Fall. Dadurch ginge bei klassischer Musik viel verloren. Für den guten Klang war vielmehr das hohe Chorpodium sehr wichtig, weil wir so den Rundbogen etwas schließen konnten, der Schall nach vorn fokussiert und über das Orchester hinweg getragen wurde. Aus diesem Grund hatte ich auch darum gebeten, dass selbst bei gutem Wetter das Dach geschlossen bleibt, um den Schall zu reflektieren.

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