42 KDS-Schüler am Ort des Grauens in Auschwitz

Exkursion in die Kammer des Todes

Am Ort des Grauens: (v.l) André Stückrath, Marvin Creutzburg, Eva Ellenberger und Ronja Weber knien mit Gedenkkerzen und Steinen an der Todesrampe. Foto: Pia Hornickel

Auschwitz. Täter und Opfer sind fast alle tot: 66 Jahre nach der Befreiung des Lagers Auschwitz besuchten 42 Schülerinnen und Schüler der Konrad-Duden-Schule das Vernichtungslager Auschwitz in Polen. Diese jungen Menschen gehören zu einer Generation, die Auschwitz nur vom Weitersagen und aus dem Geschichtsunterricht kennt.

Durch den Besuch des Auschwitz-Überlebenden Noah Kliegers in der KDS wurden sie bestärkt in ihrem Entschluss den ‚Ort des Grauens’ aufzusuchen. Der Autor hatte sein Buch „12 Brötchen zum Frühstück“ vorgestellt und den Schülern in eindrucksvoller Weise den Alltag im Lager geschildert. Für die Schüler war diese Vorbereitung ein emotionales Hilfsmittel, um die Bilder in und von Auschwitz verarbeiten zu können.

Als der Bus sich dem riesigen Lagerkomplex nähert, wird es immer stiller. Eine Spannung ist spürbar – nun sind die Schüler an dem Ort, der Sinnbild des Verbrechens und Leides ist, der Ort des industriellen Massenmordes. Hier wurden mehr als eine Million Menschen getötet, vergast, gequält, erschossen, verbrannt, ermordet.

In Auschwitz I, dem Stammlager, sehen die Jugendlichen Stacheldraht, Kinderkleider und Schuhe, überall Bilder von Opfern, endlose Reihen von Bildern, Prothesen, Brillen, Schuhe – alles in Massen. Massenvernichtung. Die Schüler gehen schweigend, gesenkten Blickes durch diese Ausstellungen, keine Gedanken zulassen, sich nicht an ein Bild oder einen Gegenstand verlieren – den Besuch einfach hinter sich bringen.

Am schwersten fällt der Aufenthalt in der Gaskammer – Beklemmung, Entsetzen, der Geruch des Todes. An der ‚Todesrampe’, dem Ort, wo KZ-Ärzte über Leben und Tod entschieden, stellen die Jugendlichen Kerzen auf.

Sie erinnern damit an die Toten, auch an die ehemaligen jüdischen Schüler ‚ihrer Schule’, der ehemaligen Klosterschule, die hierher deportiert und ermordet wurden.

Kommentare