Unternehmer rechnen mit Einbußen – aktuelle Lage noch gut

Euro-Krise schraubt Erwartungen zurück

Hersfeld-Rotenburg. Euro-Krise und auslaufende Konjunkturprogramme verunsichern die Unternehmer in der Region. In Nordhessen blicken derzeit 16 Prozent der Unternehmer optimistisch auf die zukünftige Geschäftslage, im Vorjahr waren es noch 25 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der IHK Kassel hervor.

Geteilte Erwartungen herrschen im Handwerk. Bisher seien Handwerker recht gut an der Krise vorbeigekommen, sagte Dirk Bohn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg. „Die Zukunft hängt aber davon ab, wie sich die Schuldenkrise entwickelt.“ Auch sei zu befürchten, dass durch das Auslaufen der Konjunkturprogramme weniger Aufträge kommen. „Andererseits profitieren wir von der energetischen Sanierung“, sagte Bohn, „Solardächer, gedämmte Wände oder neue Heizungen: Die Leute geben ihr Geld jetzt aus, weil sie eine Inflation befürchten.“

„Ob in Bad Hersfeld, Kassel oder Marburg – aktuell ist die Stimmung noch gut“, sagte Thomas Rudolff von der IHK Kassel. Doch Berichte über die Euro-Krise gehen an vielen nicht spurlos vorüber. „Bei Umfragen merken wir, dass man sich dem medialen Sog nicht entziehen kann.“ Betroffen seien vor allem Branchen, die direkt vom Konsum abhängig sind. „Überraschend ist, dass der Einzelhandel gerade jetzt pessimistischer in die Zukunft blickt“, sagte Rudolff. „Vor Weihnachten ist er sonst positiv gestimmt.“ Die Turbulenzen auf dem Finanzmarkt seien eine wichtige psychologische Komponente. „Die Käufer sind unsicher geworden“, so Rudolff.

„Nicht grundpessimistisch, aber vorsichtig“ sind die Gewerkschaften, sagt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Nordhessen. „Wir sind gut durch die letzte Wirtschaftskrise gekommen, aber die Gefahr, dass sich die Euro-Krise auf die Wirtschaft niederschlägt, ist noch nicht vorbei.“ Zum Tage

Von Claudia Hempel

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