Prunksitzung in Sorga: Strahlende Tänzerinnen und eine verführerische Ulknudel

Eulalia strippt und floppt

Flotte Bienen: Die Särcher Hummeln waren wieder eine Augenweide.

Sorga. Alle Särcher Stimmungskanonen waren vereint, als die Abteilung Karneval des TSV Sorga zu seiner großen Prunksitzung unter der Leitung von Reiner Hagemann in die Sorgaer Mehrzweckhalle eingeladen hatte. Gemäß ihrem Motto „Rund um die Uhr- Karneval pur“ wurde ausgiebig Fasching gefeiert mit allem, was dazu gehört, mit Funkenmariechen, Showtänzen, Beiträgen in der Bütt und jeder Menge guter Laune.

„Habt ihr mir einen feurigen Einlauf gemacht“: So bedankte sich das Sorgaer Urgestein Eulalia (Petra Schuster) für ihren begeisterten Empfang. Sie sorgte gegen Ende des dreistündigen Programms mit ihren Grimassen und ihren derben Späßen für allergrößte Heiterkeit. Sie müsse ihren Altbau sanieren und wolle auf eine Schönheitsfarm, weil man dort die Ackerfurchen bearbeite, erzählte sie. Dann ließ ihr Strip hinter einem Paravent eine Überraschung erahnen. Als Batman in Dessous fegte sie danach über die Bühne. In diesem Outfit hatte sie ihren Gatten ins Bett kriegen wollen, was aber fehlschlug. Das Zwerchfell zum Blubbern brachten auch die Beiträge von Sieglinde Wenzel und Fitto. Wenzel trat als Reisende auf einem Kreuzfahrtschiff auf und Fitto, alias Andreas Fischer, als ein aus dem OP kommender Arzt. Fischer ist der amtierende Sitzungspräsident, der aus gesundheitlichen Gründen nicht sitzen, sondern in der Bütt stehen wollte. Über seine interessanten Theorien zur Mann-Frau-Beziehung und der beiderseitigen Kommunikationsprobleme lachte das Publikum herzhaft.

Ist auch geputzt?

Die Tatsache, dass Frauen immer hochgeklappte Klobrillen vorfinden, erklärte er so: „Die stellen wir Männer hoch, damit wir sehen, ob darunter geputzt ist“. Dass Frauen wie auch Männer mit hervorragenden Tänzergenen ausgestattet worden sind, bewiesen die durchgestylten Showdarbietungen auf der Bühne. „Tulpen aus Amsterdam“ warfen die Glatzköp ins närrische Publikum. Mit rosa Zöpfen und Clogs auf holländisch getrimmt setzten die „Mädels“, die keine waren, das Lied von dem „Traum von Amsterdam, der die Hoffnung nahm“, tänzerisch um. Recht stark zeigten sich die (B)-Engel. Sie „schuhplattlerten“, was die Lederhose aushielt und zeigten auch allerhand artistische Künste. In ihren glamourösen Kostümen waren die Imperada Girls, das Solztal Ballett, die Jimmy Choos-Gruppe und die Särcher Hummeln eine Augenweide. Sie strahlten um die Wette und flirteten kokett mit dem Publikum. Ohne Zugabe wurde keine Gruppe von der Bühne gelassen – auch nicht Laurenz Wenk, der als Scheich verkleidet einen Boogie nach dem anderen auf seinem Saxophon spielte. Höhepunkt einer Prunksitzung ist immer der Auftritt der Garde und der Funkenmariechen.

So war es auch in Sorga, als die Mädchen gelenkig und elegant die Beine schmissen. Anna Mittendorf und Franziska Gluth waren wie immer brillant. Für Mittendorf war es der letzte Tanz als Funkenmariechen, deshalb flossen bei ihr Tränen. Mit ihren Kindern aus der Jugendarbeit wird sie aber noch weiterhin auf der Bühne präsent sein. Zum Finale heizte die Hofkapelle, das Duo Malibu, die Stimmung nochmals kräftig ein. Ihr Bobfahrerlied mit seiner rasanten Abfahrt in scharfe Rechts- und Linkskurven animierte zur närrischen Schunkelei, bei der alle riesigen Spaß hatten.

Von Vera Hettenhausen

Kommentare