Hessischer Bauernverband sieht Änderungen kritisch

EU-Pläne für Gülle gefährden kleine Höfe

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Hersfeld-Rotenburg. Zwei geplante neue Verordnungen für die Ausbringung und die Lagerung von Gülle in Deutschland bereiten den Landwirten in der Region Sorgen. „Gerade kleine Höfe sind durch die Änderungen gefährdet“, sagt Bernd Weber, Pressesprecher vom Hessischen Bauernverband.

Die erste geplante Änderung betrifft die Düngeverordnung. Um die Nitratbelastung durch Dünger im Grundwasser zu senken, soll der Zeitraum für die Ausbringung von Gülle verkürzt werden. Auf Ackerland dürfte ab dem 1. Oktober, auf Grünland ab dem 15. Oktober bis jeweils zum 31. Januar keine Gülle mehr ausgebracht werden.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Friedhelm Diegel, hält wenig von starren Regelungen zur Gülle-Ausbringung. „Wir arbeiten mit dem Faktor Wetter“, erklärt er. So gebe es durchaus Jahre, in denen die Witterung das Ausbringen der Gülle im Herbst gefahrlos zulasse während das Wetter den Landwirten manchmal im Frühjahr einen Strich durch die Rechnung mache. Um auf die zusätzlichen Einschränkungen reagieren zu können, müssten die Betriebe größere Lagerkapazitäten für Gülle schaffen, verdeutlicht Diegel. „In unserer Region gibt es viele Nebenerwerbslandwirte. Ein Großteil würde wohl die Investitionskosten scheuen und eher den Betrieb aufgeben“, befürchtet der Vorsitzende des Kreisbauernverbands.

Weiterhin ist die Jauche-Gülle-Sickersaft-Anlangenverordnung in Planung. Landwirte sollen zukünftig die Dichtigkeit von Güllebehältern nachweisen. „Ein Leckage-Erkennungssystem und doppelwandige Behälter bringen enorme Kosten mit sich“, erklärt Bernd Weber. Größere Höfe könnten diese Kosten zwar stemmen, kleinere aber nicht. „Das hätte wohl zur Folge, dass kleinere Betriebe das Handtuch werfen“, sagt er.

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Von Kevin Hildebrand und Jan-Christoph Eisenberg

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