Selbstvermarkter mussten investieren oder aufhören

EU-Hygiene auch für Wurst vom Bauern

Hersfeld-Rotenburg. Für bäuerliche Selbstvermarkter, die ihr Vieh noch zu Hause schlachten und das Fleisch selbst verarbeiten, war der jüngste Jahreswechsel ein wichtiger Stichtag. Nach einer mehrjährigen Übergangsfrist traten strenge EU-Hygienerichtlinien für das Schlachten auf dem eigenen Hof in Kraft.

Wer jetzt noch selbst schlachten und sein Fleisch verkaufen will, braucht eine entsprechende Zulassung vom Regierungspräsidenten.

Für eine Reihe von Landwirten im Kreisgebiet, die nicht in die Modernisierung ihrer Anlagen investieren konnten oder wollten, war dies das Signal zum Aufhören. „Für die Hygiene war es ein Quantensprung“, unterstreicht Geschäftsführer Frank Naumann von Selbstvermarktungsverein „Gutes aus Waldhessen“ in Bad Hersfeld. „Bei uns im Landkreis haben sich die Schlachtkapazitäten gut eingependelt. Die Betriebe, die jetzt noch übriggeblieben sind, fangen das auf, was bei den anderen weggebrochen ist.“

Die regionale Wertschöpfungskette soll geschlossen werden, vom Rind auf der Weide bis zum fertig gekochten Schulessen aus heimischen Produkten oder bis zur „Stracken“ auf dem Bauernmarkt. Das ist die Philosophie des Selbstvermarktungsvereins „Gutes aus Waldhessen“, der 2010 auf 15 Jahre Arbeit für Erzeuger und Verbraucher im Kreis Hersfeld-Rotenburg zurückblicken kann.

Zu den mittlerweile 124 Mitgliedern zählen nicht nur Landwirte, sondern auch weiterverarbeitende Betriebe wie Fleischereien sowie Restaurants, die Wert legen auf regionale Küche.

Zum 15. Geburtstag werde „Gutes aus Waldhessen“ in jedem Monat mit einer Veranstaltung spezielle Produkte der Region vorstellen, berichtet Naumann. Den Anfang macht der Lindenblütensirup aus Hilmes, der auf der Grünen Woche in Berlin dem Publikum präsentiert wird.

Hintergrund

 Zum Tage, Lokalseite 5

Von Peter Lenz

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