Begrüßung des Ensembles für die 60. Bad Hersfelder Festspiele in der Stiftsruine

In Etappen zur Premiere

Das Traumpaar der Jubiläums-Festspiele: Anna Montanaro und Christian Alexander Müller spielen Carmen und Jo im neuen Musical. Fotos: Hartmann

Bad Hersfeld. „Wir haben uns viel vorgenommen. Wir sind sehr aufgeregt und wir freuen uns, Ihnen das zeigen zu dürfen, woran wir zwei Jahre lang gearbeitet haben.“ Mit diesen Worten brachte Intendant Holk Freytag auf den Punkt, was das Ensemble im Allgemeinen und ihn in seiner ersten Spielzeit im Besonderen bewegte, als gestern die Proben für die 60. Bad Hersfelder Festspiele nun auch offiziell begannen.

Denn für zwei der vier „großen“ Produktionen sind die Vorbereitungen aus organisatorischen Gründen schon früher angelaufen: Das Team der „Sommergäste“ um Regisseur Jean-Claude Berruti ist seit dem 6. April in der Stadt, und für die Welt-Uraufführung von „Carmen – Ein deutsches Musical“ proben Regisseur Nico Rabenald, Festspiel-Star Anna Montanaro sowie ihre Mitstreiter Christian Alexander Müller und Kristin Hölck bereits seit vergangener Woche.

Die reine Freude

Gestern stießen nun auch die „Tell“-Schauspieler mit Markus Gertken an der Spitze zum Team, um unter der Leitung von Holk Freytag die Arbeit aufzunehmen.

Der freute sich bei der Begrüßung in der Stiftsruine über ein „sehr illustres Ensemble“, zu dem bekannte Namen wie Stefan Reck, Birte Gerken, Horst Sachtleben, Karsten Kramer, Maaike Schuurmans, Lars Weström, Charlotte Sieglin, Bernd Kuschmann und andere gehören.

Die Musical-Truppe der aus dem Vorjahr übernommenen „West Side Story“ wird ohnehin erst später erwartet, so dass die Festspieler diesmal in Etappen ihren Premieren und dem Beginn der Spielzeit am 12. Juni entgegenstreben.

Für Jean-Claude Berruti waren die ersten Tage in Bad Hersfeld jedenfalls die reine Freude. „Jede Stunde, auch wenn es regnet und kalt ist,“ sagte der Franzose, der den Festspielen zudem attestierte „Qualitätstheater für ein breites Publikum“ anzubieten. „Das wird immer seltener“, sagte Berruti.

Wunderbarer Ort

Nico Rabenald, der erst im Januar die Regie des neuen „Carmen“-Musicals übernommen hatte, schätzt die Stiftsruine als „wunderbaren Ort“ und sieht seine Arbeit gleichermaßen als Chance und Herausforderung. „Eine Uraufführung ist eine Reise, bei der man nie genau weiß, wie man von A nach B kommt“, sagte Rabenald.

Intendant Freytag hatte gestern noch ein Bonbon parat, als er ein zusätzliches Stück auf dem Spielplan ankündigte, in dem die deutsche Wiedervereinigung thematisiert wird: In der neuen Schilde-Veranstaltungshalle wird ab dem 9. Juli „Kein Schiff wird kommen“ von Nis-Momme Stockmann gezeigt. Regie führt Andrea Thiesen.

Für die potenziellen Besucher sprach gestern Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, der die Festspiele als „fünfte Jahreszeit bezeichnete“, das Ensemble willkommen hieß und es sogleich in die Pflicht nahm: „Ganz Hersfeld ist gespannt...“

Karten sind noch für alle Stücke und Termine erhältlich beim Ticket Service der Festspiele, Am Markt 1, 36251 Bad Hersfeld, Telefon 06621/201360, über festspiele@bad-hersfeld.de oder online unter www.bad-hersfelder-festspiele.de

Von Karl Schönholtz

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