Aktionstage in Bad Hersfeld und Wildeck

Erzieherinnen, Eltern und Kinder protestieren gegen Kinderförderungsgesetz

Größere Kinder brauchen Bildung, kleine Kinder viel Zuwendung: Sie hängen an Erzieherin Evelyne, hier mit Seilen symbolisiert. Kita-Leiterin Ursula Apel, ihre Kolleginnen und die Eltern befürchten mit dem neuen Gesetz einen Qualitätsverlust. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Hersfeld-Rotenburg. Gegen das geplante Hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG) haben am Wochenende kreisweit Erzieherinnen, Eltern und Kinder protestiert. Sie befürchten einen herben Qualitätsverlust, wenn das Gesetz unverändert zum 1. Januar 2014 in Kraft treten sollte.

Kinder brauchen kleine Gruppen und qualifizierte Erzieher/innen, familienfreundliche Öffnungszeiten und eine gemeinsame Erziehung zusammen mit behinderten Kindern, die wiederum besonders gefördert werden müssen. Diese Forderungen stellten am Samstag etwa 60 Erzieherinnen und Erzieher in Bad Hersfeld, die bei strahlendem Sonnenschein Passanten informierten und Unterschriften gegen das Gesetz sammelten. In Wildeck liefen etwa 150 Erwachsene und Kinder in einem Sternmarsch zum Bürgerhaus Obersuhl, wo sie mit Trommeln, Pfeifen und Rattern immer wieder riefen: „So nicht!“ und Stoppzeichen mit bunten Papphänden zeigten.

Nach Wildeck waren die vier örtlichen sowie die Kindergärten aus Nentershausen und Kleinensee gekommen, um ihrem Unmut Luft zu machen und Unterschriften gegen das KiföG zu sammeln. Mit dem Gesetz verschlechtere sich der Betreuungsschlüssel, auch Nichtfachkräfte dürften künftig eingesetzt werde.

„Wir wollen nichts Unmögliches“, erklärte Ursula Apel, Leiterin der Obersuhler Kindertagesstätte. Kinder mit und ohne Behinderung bräuchten kleine Gruppen und weiterhin zwei beziehungsweise 1,75 Erzieherinnen pro Gruppe.

Auch die bisherigen Öffnungszeiten sind nach dem Gesetzentwurf der Hessischen Landesregierung gefährdet, weil nur noch 42,5 Stunden pro Woche vom Land bezuschusst werden. Elternvertreterin Andrea Bachmann wies auf die zurzeit familienfreundlichen Zeiten hin, die dann reduziert werden müssten. Dies gelte besonders für die finanzschwachen Gemeinden.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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